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Der A-Zustand beschreibt den Vernetzungsgrad von Harzsystemen. A steht für „unvernetzt, flüssig“. Dies ist insbesondere bei der Herstellung von mehrlagigen Leiterplatten unter Verwendung von Prepregs wichtig. Siehe auch B-Zustand und C-Zustand.
Als A-Zustand bezeichnet man den Zustand von Harzen, in dem diese noch flüssig sind, siehe A-Zustand.
Unter Blow-Off versteht man im Allgemeinen einen Heißluftverzinnungsprozess (HAL) bei der Leiterplattenherstellung. Nach dem Eintauchen der Leiterplatte in heißes Zinn wird das überschüssige Zinn mit hohem Luftdruck abgeblasen/abgeblasen.
Absolut bezeichnet den Bezugswert der Koordinaten von Leiterplattendaten. Bei einem absoluten Bezugssystem werden alle Werte von ihrer Position aus auf einen Punkt bezogen. Das Gegenteil hierzu ist das relative Bezugssystem, bei dem sich jede Position aus der Differenz zu den zuvor genannten ergibt.
Chemische Absorption beschreibt den Prozess der Aufnahme oder „Freigabe“ eines Atoms, Moleküls oder Ions in einer anderen Phase. Es handelt sich dabei nicht um eine Ansammlung an der Oberfläche
ACA steht für „Anisotropic Conducting Adhesive“ und beschreibt einen Klebstoff, der in der Z-Achse leitfähig ist. Er wird bei Flex-to-Board-Anwendungen eingesetzt und kann Lötverbindungen überflüssig machen. Da dieser Klebstoff in X- und Y-Richtung nicht leitfähig ist, kann dieser Klebefilm vollflächig auf den Steckverbinder (zum Beispiel auf eine flexible Leiterplatte) aufgetragen und mit dem Gegenstück (zum Beispiel eine starre Leiterplatte) verklebt werden.
Adapter werden hier zur elektrischen Prüfung eingesetzt. Sie kontaktieren meist die Punkte mit federnden Nadeln, die elektrisch geprüft werden sollen. Die Nadeln werden dann mit dem Prüfgerät verbunden
Der Adaptertest ist das Gegenteil des Fingertests und beschreibt den Vorgang der elektrischen Prüfung von unbestückten und bestückten Leiterplatten mittels eines Adapters -> der Vorteil liegt darin, dass die Prüfung der Leiterplatten hier deutlich schneller erfolgt als mit einem Fingertester (Flying Probe), welcher nur unbestückte Leiterplatten verwenden kann. Allerdings ist die Adapterkonstruktion aufwändig und teuer, weshalb sich dies erst bei größeren Stückzahlen lohnt.
ADD steht für „Advanced Dielectric Division“ und ist eine Basismaterialsparte der Firma Taconic, die vor allem für Hochfrequenz-Leiterplatten verwendet wird.
Unter Aktivierung versteht man in der Chemie die Vorbehandlung von Oberflächen (z. B. Reinigung) für eine weitere chemische Behandlung.
ALIVH steht für „Any Layer Internal Via Hole“ und bezeichnet eine elektronische Verbindung zwischen Schichten, die mittels leitfähiger Pasten hergestellt wird. Diese Leitpasten werden üblicherweise im Siebdruckverfahren auf die Leiterplatten aufgerakelt. Der Vorteil liegt in der hohen Geschwindigkeit und der selektiven Auswahl der zu kontaktierenden Löcher im Gegensatz zu einer vollflächigen Durchkontaktierung.
Alkalische Lösungen (Basen/Laugen) sind meist wässrige Lösungen von Alkalihydroxiden (z. B. Natronlauge) oder Kaliumhydroxid (Kalilauge). Der Begriff wird auch für jede Lösung von Basen verwendet. Alkalische Lösungen können auch nichtwässrige Lösungen sein. Der pH-Wert der Basen liegt über 7 (bis 14).
Beim alkalischen Ätzen werden Metalle mit einer Ätzlösung auf Basis einer Base (z. B. Ammoniumsulfat) entfernt. Im Gegensatz zum sauren Ätzen mit Säuren (Eisenchlorid)
Mit der Option „Alle Ziffern vorhanden“ wird die Anzeige von Bohrdateien im Textformat klassifiziert. Je nach Einstellung im CAD-Programm ist es möglich, Nullen am Anfang oder Ende der jeweiligen Koordinaten zu unterdrücken. Dies stammt aus der Zeit, als jeder Speicherplatz wertvoll war. Mit der Einstellung „Alle Ziffern vorhanden“ werden Nullen am Anfang und Ende nicht unterdrückt, sodass alle Koordinaten in ihrer gesamten Länge angezeigt werden: X0030Y0430.
sind 2- oder mehrlagige Leiterplatten, die innen Aluminiumschichten aufweisen. Davon zu unterscheiden sind Aluminiumträgerleiterplatten, bei denen Aluminium nur einseitig und nicht innen vorhanden ist. Aluminiumkernleiterplatten bieten die Möglichkeit, Kühlkörper in die Leiterplatte zu integrieren. Durchkontaktierungen sind durch Vorbohren und Isolieren des Aluminiumträgers möglich.
Aluminiumträgerplatten sind ein- oder mehrlagige Leiterplatten, bei denen eine Aluminiumschicht mit einer Außenschicht verbunden ist. Man unterscheidet deutlich zwischen Aluminiumkernplatten mit Aluminium im Inneren. Aluminiumträgerplatten bieten die Möglichkeit, Kühlkörper direkt auf die Leiterplatte zu kleben.
Aluminiumdrahtbonden oder Aluminiumdrahtbonden ist ein Ultraschall-Bonden, bei dem dünne Drähte (Bonddrähte) zur Verbindung der Leiterplatte mit den darauf befindlichen Chips hergestellt werden. Hierfür sind bestimmte Oberflächen auf der Leiterplatte notwendig, mehr oder weniger geeignet. Üblich ist eine Dünnschichtvergoldung von 0.01 bis 0.12 µm Gold über 2.5 bis 4 µm Nickel. Aufgrund der geringeren Anforderungen an die Golddicke und der Verwendung von Aluminium als Verbindungselement ist dieses Verfahren in der Regel günstiger als das Golddrahtbonden.
Aluminiumkern ist eine Aluminiumschicht, die in mehrschichtigen Leiterplatten zur Wärmeableitung integriert ist
Aluminiumträger ist eine einseitig aufgebrachte Aluminiumschicht auf ein- oder mehrlagigen Leiterplatten. Im Gegensatz zum Aluminiumkern ist diese Schicht von außen sichtbar und weist keine Durchgangsbohrungen auf.
Ambient steht für „Umgebung“ und beschreibt die Komponentenumgebung für die Definition von Rth (siehe dort)
Ammoniak wird in der Leiterplattenherstellung zum alkalischen Ätzen von Leiterplatten verwendet.
Ampere [A] ist nach André Marie Ampère die SI-Basiseinheit der elektrischen Stromstärke mit dem Formelzeichen I. Durch einen 1-Ohm-Widerstand fließt beim Anlegen einer Spannung von 1 Volt genau 1 Ampere
Druck der Rakel auf das Sieb bzw. Anpressdruck der Laminierwalzen beim Aufbringen von Folien
Ein Anion ist ein negativ geladenes Ion. Da negativ geladene Ionen bei der Elektrolyse zur Anode (dem Pluspol) wandern, wurde für sie der Name Anion gewählt. Anionen entstehen aus Atomen oder Molekülen durch Elektronenaufnahme. S. Kationen.
Akzeptanzqualitätsmerkmal, kurz AQL, ist ein Begriff aus dem Qualitätsmanagement. Er beschreibt statistische Stichprobenverfahren, nach denen unterschiedliche Anforderungen geprüft werden können, um Lose anzunehmen oder abzulehnen, ohne eine 100%-Prüfung durchführen zu müssen.
Anode ist die positive Elektrode, hier zur elektrolytischen Abscheidung von Kupfer in der Galvanotechnik als Kupferlieferant
Als Anodenbeutel bezeichnet man im Galvanikprozess den Beutel, der über die Elektroden gezogen wird, um eine mechanische Verunreinigung des Bades durch Anodenschlamm zu vermeiden.
AOI steht für Automatische Optische Inspektion und bezeichnet eine optische Überprüfung der Leiterplattenstrukturen durch eine Maschine. Hierzu werden die aus dem CAD generierten Daten in die AOI-Maschine eingelesen, die die Leiterplatte anschließend mit Kameras bewegt und mit den Solldaten vergleicht. Abweichungen, die über eine zuvor definierte Toleranz hinausgehen, werden auf einem Monitor angezeigt.
Aperture ist der englische Begriff für „Blende“ in der Leiterplattenproduktion. Sogenannte „Aperture Files“ oder „Aperture Tables“ sind Blendentabellen, in denen die im Layout verwendeten und größten Formen über Codes zugeordnet sind. Der Ursprung dieser „Blenden“ liegt in der Verwendung von „Werkzeugen“, die der tatsächlich abzubildenden Form und Größe entsprachen. Dadurch waren die Formen deutlich eingeschränkter als heute, wo Laserplotter jede beliebige Form detailgetreu abbilden können.
AQL, siehe Akzeptanzqualitätsmerkmal
Aqua demi ist die Bezeichnung für demineralisiertes (undestilliertes) Wasser. Hierbei werden dem Wasser die Mineralien (Salze) entzogen (siehe Osmose).
Aqua dest ist die Bezeichnung für destilliertes Wasser. Dieses Wasser ist reiner als Aqua demi. (siehe Destillation)
Spezielles Kunststoffgewebe. Aramid wird als Folie, meist aber als Faser hergestellt. Aramidfasern sind goldgelbe organische Kunstfasern.
Die Bogeninterpretation kennzeichnet unterschiedliche Ansätze der CAD-Programme zur Darstellung von Bögen.
In der Leiterplattenfertigung bezeichnet Archiv einerseits das Datenarchiv, in dem Kunden- und Produktionsdaten für die Fertigung gespeichert werden. Darüber hinaus gibt es Filmarchive, sodass bei Nachbestellungen von Leiterplatten mit Einzelfertigung auf vorhandene Filme zurückgegriffen werden kann.
Bögen kennzeichnen Kreisbögen in CAD-Programmen.
Arlon ist Hersteller flexibler Substrate und Beschichtungen, die unter anderem bei der Herstellung von Leiterplatten verwendet werden. Weitere Informationen
Als Artwork werden häufig die Filme bezeichnet, die zur Herstellung von Leiterplatten benötigt werden.
ASCII steht für „American Standard Code for Information Interchange“ und kennzeichnet den lesbaren Zeichensatz in Dateien. In der Leiterplattenindustrie ist ASCII wichtig für die Darstellung von Layoutinformationen in Dateien. Ältere Formate wie Standard Gerber und Extended Gerber verwenden ASCII, weshalb Sie die Dateien mit einem Texteditor öffnen und betrachten können. Neuere Formate sind jedoch kompiliert und können daher mit einfachen Texteditoren nicht mehr gelesen werden.
Ein ASIC ist ein anwendungsspezifischer IC, der individuell für eine Anwendung programmiert wurde. Durch den Einsatz von ASICs können Baugruppen oft verkleinert werden, da ein individuell erstellter IC oft Funktionen mehrerer Komponenten vereinen kann. Die Programmierung der ASICs erfordert jedoch ein gewisses Know-how.
Das Seitenverhältnis ist das Verhältnis zwischen Lochtiefe und Lochbreite. Das Seitenverhältnis ist wichtig, da mit zunehmendem Seitenverhältnis (z. B. ein dünner werdendes Loch bei gleicher Plattendicke) die Schwierigkeit eines perfekten Durchkontakts zunimmt.
Asymmetrische Leiterplattenaufbauten kommen insbesondere bei Multilayern häufig vor. Asymmetrie bezeichnet dabei die Verschiebung der inneren Lagen von der Mittelachse. Dies erleichtert die Herstellung gewünschter Impedanzen für einige Anwendungen in der Hochfrequenztechnik. Die Herstellung asymmetrischer Multilayer-Leiterplatten birgt jedoch auch Gefahren, da die unterschiedliche Kupferverteilung im Gewebe zu Verdrehungen und Verwerfungen der Platten führen kann.
Au ist das chemische Symbol für Gold (Aurum). Gold ist insbesondere bei der Herstellung von Leiterplatten als Oberflächenveredelung mit vielfältigen Eigenschaften und Funktionen von Bedeutung.
AutoCad ist eine weit verbreitete Software zur Erstellung technischer Zeichnungen. Sie wird häufig verwendet, um die Nutzenzeichnungen der Leiterplatten zu erstellen und die Außenkontur sowie die relevanten Toleranzen darzustellen.
Autorouter ist eine Funktion von Layoutsoftware, die die eigentliche Strukturierung der Leiterplatte automatisch aus einem Schaltplan übernimmt. Während der Schaltplan der Leiterplatte eine rein schematische Darstellung der Verbindungen darstellt, erstellt der Autorouter daraus den eigentlichen Schaltplan, der auf die Leiterplatten aufgebracht werden muss, um dem Schaltplan zu entsprechen.
AVT ist die Abkürzung für „Aufbau- und Verbindungstechnik“ und kennzeichnet die Bestückung und das Löten von Leiterplatten.
Die Bestückung ist ein Prozess, der sich an die Herstellung von Leiterplatten anschließt. Die Leiterplatte bildet die Grundlage für die Bestückung und dient als Träger für die Bauteile und deren Verbindungselement. Je nach Bestückungsverfahren können unterschiedliche Anforderungen an die Herstellung von Leiterplatten gestellt werden.
Unter Bestückungsdruck versteht man den Lack, der zur Kennzeichnung von Positionen auf Leiterplatten aufgebracht wird. Er wird daher oft auch Positionsdruck oder Markierungsdruck genannt. Dieser ist meist weiß, wobei standardmäßig auch gelbliche Farben verwendet werden, die auf der grünen Standard-Lötmaske sehr gut zu erkennen sind. Der Bestückungsdruck wird entweder im Siebdruckverfahren oder durch vollflächigen Druck mit anschließender Belichtung und Entwicklung der nicht benötigten Farbe aufgebracht. Hierzu ist kein Sieb nötig, weshalb er sich auch eher für kleine Stückzahlen eignet. Neuerdings auch mit einem Spezialdrucker, ähnlich einem Tintenstrahldrucker. Auch Einzelstücke lassen sich damit kostengünstig bedrucken, da nicht einmal eine Folie benötigt wird.
Blende ist ein Begriff aus der Plottechnik bzw. dem CAD und beschreibt die Form und Größe von Objekten, die später auf der Leiterplatte aufgebracht werden. Der Begriff „Blende“ ist historischen Ursprungs, da alte Plotter über ein entsprechendes Magazin an Blenden verfügten, welche entsprechend für die unterschiedlichen Objekte genutzt wurden. Sonderformen und abweichende Größen waren daher nur unter erhöhter Belastung möglich. Heute existiert der Begriff „Blende“ noch, obwohl keine echten Blenden mehr verwendet werden. Heutige Laserplotter können beliebige Formen direkt auf den Film belichten, ohne dass eine vorgeschaltete, formgebende Blende vorhanden ist.
Blendentabellen sind Tabellen, in denen die verwendeten Blenden aufgelistet sind. Blendentabellen sind nur bei Standard-Gerber-Daten üblich. Dabei enthält ein Datum die entsprechenden Positionen (Koordinaten) mit der Zuordnung einer Blende (D-Code). Die tatsächliche Form und Größe sind in der Blendentabelle gespeichert, die über die D-Codes referenziert und zugeordnet werden kann. Bei Extended Gerber sind Blendentabellen nicht mehr erforderlich, da die Blendeninformationen mit den Koordinaten in einer Datei gespeichert sind.
B
Der B-Zustand beschreibt den Vernetzungsgrad von Harzsystemen, wobei der B-Zustand „teilvernetzt“ bedeutet: fest, aber Auflösung oder Wiederverflüssigung möglich. Siehe auch A-Zustand, C-Zustand, Prepreg
Der B-Zustand ist der Zustand von Harzen, in dem sie durch Temperatur noch zum Fließen gebracht werden können.
B2B steht für Business-to-Business und beschreibt den Geschäftsverkehr zwischen zwei Unternehmen. Im B2B-Bereich sind üblicherweise alle Leiterplattenhersteller vertreten.
B2C steht für Business-to-Consumer und beschreibt den Geschäftsverkehr zwischen einem Händler und einer Privatperson. Manche Leiterplattenhersteller bieten kein B2C an, da sie ausschließlich mit anderen Händlern Geschäfte machen möchten.
Ball Grid Arrays (BGAs) sind neuere Bauelemente, bei denen die Verbindung zur Leiterplatte nicht über herkömmliche Pins, sondern über kugelförmige Anschlüsse erfolgt. Der Hauptvorteil liegt in der Platzersparnis, da durch die Platzierung unter dem Modul statt an dessen Rändern deutlich mehr Anschlüsse realisiert werden können. Dies bringt jedoch weitere Herausforderungen bei der späteren Montage mit sich, insbesondere bei der Kontrolle der Lötstellen. Unter dem BGA selbst ist dies nur durch Röntgen möglich, da die Anschlüsse optisch verdeckt sind.
Barco ist ein Unternehmen im Bereich Inspektionssysteme und Software für die Leiterplattenindustrie.
Unter Bareboard versteht man unbestückte Leiterplatten ohne Bauteile.
Base Film ist die Bezeichnung für das Trägermaterial flexibler Leiterplatten. Aufgrund der geringen Dicke des Materials spricht man oft auch von einer „Folie“.
Basiskupfer bezeichnet die Kupferschicht auf dem rohen Leiterplattengrundmaterial im Auslieferungszustand. Diese bildet die Ausgangsbasis für spätere Kupferstrukturen. Üblich ist es beispielsweise, bei Standard 35µm mit einer Basiskupferdicke von 18µm zu beginnen. Die fehlenden 17µm werden durch Durchkontaktierung und Verstärkung aufgebaut. Basiskupferdicken von 18µm, 35µm und 50µm sind bei starren Leiterplatten üblich. Bei dicken Kupferplatten werden teilweise noch höhere Basiskupferdicken verwendet. Bei flexiblen Leiterplatten sind 12µm, 18µm und 35µm üblich.
Das Basismaterial ist das Rohmaterial, das an den Leiterplattenhersteller geliefert wird. Das Basismaterial wird oft als sogenanntes „Tableware“ geliefert und muss vor Produktionsbeginn entsprechend zugeschnitten werden. Es gibt verschiedene Basismaterialien mit unterschiedlichen Dicken, Beschichtungen, elektrischen und physikalischen Eigenschaften für eine Reihe von Anforderungen an die Leiterplatten.
BE steht für „Bauteil“ und kann verschiedenste Baugruppen bezeichnen, wie z. B. ICs (Chips), Mikrocontroller, Spulen, Widerstände, Kondensatoren. Die Platine selbst wird im Allgemeinen nicht als Bauelement (BE) bezeichnet, da sie als Träger und Verbindungselement fungiert.
Bergquist bietet eine Reihe sehr hochwertiger Materialien für Aluminiumträger- oder Aluminiumkernleiterplatten an. Die Leistung im Bereich der Wärmeableitung ist meist besser als bei selbstverpressten Standardmaterialien. Grund dafür ist ein spezielles Isolationsmaterial zwischen Aluminium und Kupfer. Bei herkömmlichem Epoxidharz stellt diese Isolationsschicht ein Hindernis für eine gute Wärmeableitung dar. Das Isolationsmaterial von Bergquist ist hier, je nach Typ, deutlich besser.
Dabei werden die Kanten der Leiterplatte abgeflacht. Dies wird vor allem bei Steckkontakten, wie beispielsweise bei Computersteckkarten, genutzt, um das Einstecken der Platine zu erleichtern. Auch der Schutz umliegender Bauteile vor scharfen Kanten bei der Montage kann ein Grund für das Abflachen der Kanten sein.
BG ist die Abkürzung für „Assembly“ und bezeichnet eine fertig bestückte und mit Bauteilen bestückte Leiterplatte (BE).
Der Biegeradius ist ein wichtiger Begriff für flexible Leiterplatten, die hohen Biegebelastungen ausgesetzt sind. Der Biegeradius hängt von der Materialzusammensetzung (Kupfer, Kleber, Basismaterial) und der Dicke der flexiblen Leiterplatte ab.
Bilayer: selten verwendete Bezeichnung für zweilagige Leiterplatten (Bi = zwei). Häufiger als der Begriff Bilayer wird „doppelseitig“ oder „zweilagig“ bzw. „zweilagig“ verwendet.
Bei der Abrechnung handelt es sich um gelieferte Aufträge im Gegensatz zu Buchungen, also Bestellungen.
Bimsen ist ein Verfahren zur Oberflächenaufrauhung bei der Leiterplattenherstellung. Während beim „Bürsten“ entsprechende Walzen über die Platten reiben, wird beim Bimsen Bimsmehl mit Wasser vermischt und mit hohem Druck auf die Leiterplatten gestrahlt. Die im Wasser enthaltenen Bimsmehlpartikel erzeugen die entsprechende Reibung auf dem Kupfer und rauen es so auf.
Bitmap ist ein Bildformat, das selten als Datenvorlage für die Leiterplattenherstellung bereitgestellt wird. Es wird häufig verwendet, wenn keine Layoutdaten für die Leiterplatte vorhanden sind. Mit geringem Aufwand ist es möglich, aus Bitmap-Dateien im CAM entsprechende Gerber-Daten zu generieren und eine Leiterplatte herzustellen.
Black Pad bezeichnet eine Erscheinung, wenn chemisch Gold als Leiterplattenoberfläche aufgebracht wird. Hierbei kann es vorkommen, dass sich einige Pads schwarz verfärben
Blackhole erfolgt durch ein Verfahren mit Kohlenstoff. Beim Blackhole-Verfahren werden diese Kohlenstoffpartikel in die zu durchkontaktierenden Löcher gespült, sodass der Kohlenstoff eine leitfähige Verbindung für die anschließende Kupferabscheidung im Loch bildet. Das Blackhole-Verfahren ist deutlich schneller als die chemische Kupferabscheidung.
Blasenbildung ist ein unerwünschter Effekt bei mehrlagigen Leiterplatten. Durch Verunreinigungen des Prepregs oder niedrige Presstemperaturen können sich Lufteinschlüsse im Leiterplattenmaterial bilden. Diese Lufteinschlüsse sind bei den nachfolgenden Lötprozessen problematisch, da sich die Luft unter Hitzeeinwirkung ausdehnt. Diese Blasen sind im Material sichtbar und können einerseits zu einer unebenen Oberfläche führen und so die Bestückung der Leiterplatte erschweren, andererseits können die Blasen zu nahe an Kupferverbindungen liegen und diese zerreißen.
Blind ist eine umgangssprachliche Abkürzung für „Blind Via“ oder „Blind Hole“
Blind Vias werden auch „Sacklöcher“ genannt und bezeichnen Löcher, die nur von einer äußeren Lage in den Multilayer-Kern gebohrt werden. Sacklöcher gehen nicht durch die gesamte Leiterplatte und sind daher von einer Seite nicht sichtbar. Je nach Bohrdurchmesser und -tiefe (siehe Aspektverhältnis) bringt die Sacklochtechnik verschiedene Herausforderungen mit sich, gilt aber mittlerweile als weitgehend beherrscht.
Die Bohrdichte beschreibt die Anzahl der Löcher im Verhältnis zur Fläche. Bei größeren Serien beeinflusst die Bohrdichte maßgeblich den Preis, da mit zunehmender Bohrdichte die Maschinenzeit und damit die Kosten steigen. Bei Prototypen wird dies oft außer Acht gelassen oder pauschal einkalkuliert.
BOM steht für „Bill Of Materials“ und bezeichnet im Englischen die Stückliste für die Leiterplattenbestückung.
Bondgold bezeichnet eine Oberfläche auf Leiterplatten, die das Bonden erleichtert. In der Regel handelt es sich dabei um eine Goldoberfläche. Je nach Bondverfahren kann diese dicker oder dünner gewählt werden. Bondgold bietet für Leiterplatten eine Reihe weiterer Vorteile: So ist die Oberfläche beispielsweise widerstandsfähiger und lässt sich oft leichter löten als Zinnoberflächen.
Bonden bezeichnet ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen zwischen ICs und der darunterliegenden Leiterplatte. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Ultraschallbonden und thermischem Bonden. Beide Verfahren stellen unterschiedliche Anforderungen an die Goldoberfläche der Leiterplatte. Daher sollten Sie den Hersteller explizit darauf hinweisen, für welches Bonding die Platinen benötigt werden.
Book-to-Bill bezeichnet das Verhältnis der Auftragseingänge eines Monats zu den fakturierten Aufträgen. Ein Book-to-Bill-Wert größer als 1 deutet somit auf einen Anstieg des Auftragseingangs im Vergleich zum Vormonat hin. Ein Book-to-Bill-Wert kleiner als 1 bedeutet, dass im betreffenden Monat weniger Leiterplatten produziert werden als zuvor und der Auftragseingang somit sinkt. Statistiken zum branchenweiten Book-to-Bill-Verhältnis der deutschen Leiterplattenhersteller werden regelmäßig von der FED erhoben und veröffentlicht.
Mit „unten“ ist die „Unterseite“ von Lyrabrettern gemeint. Sie wird oft auch als Lötseite bezeichnet.
Braunoxid ist ein Verfahren zur Oberflächenaufrauung von Leiterplatten-Innenlagen bei der Herstellung von Multilayern (auch „Schwarzoxid“ genannt). Durch das Auftragen von Braunoxid haften die Prepregs beim Verpressen des Multilayers besser.
brd-Dateien oder auch Board-Dateien bezeichnen hauptsächlich Layoutdateien, die mit der Software „Eagle“ von CADSoft erstellt wurden. Die Layoutdateien haben die Erweiterung „*.brd“.
Als Breakout werden Löcher bezeichnet, die aus dem vorgesehenen Pad ausbrechen, also nicht mittig darauf liegen. Je nach Stärke des Ausbruchs und der Richtung sind diese laut IPC und PERFAG zulässig oder nicht.
Bromide sind Flammschutzmittel, die in Leiterplatten-Basismaterialien und Kunststoffen vorkommen. Da diese ebenfalls als giftig eingestuft wurden, werden Bromide bei der Herstellung von Leiterplatten-Basismaterialien nicht mehr eingesetzt. Die RoHS-Verordnung verbot die Verwendung von Bromiden als Flammschutzmittel.
BT-Material ist ein von Mitsubishi entwickeltes halogenfreies Hochtemperaturmaterial mit den Hauptbestandteilen Bismaleimid (B) und Triazinharz (T). Es wird hauptsächlich bei der Herstellung von IC-Gehäusen verwendet.
Als Bump werden galvanisch erhabene Erhebungen auf Pads bezeichnet, die die Kontaktierung der Leiterplatte erleichtern sollen.
„Buried Holes“ bezeichnen von außen nicht sichtbare Löcher innerhalb eines Multilayers. Buried Vias kontaktieren ausschließlich Innenlagen und werden vor dem Verpressen des Multilayers gebohrt, durchkontaktiert und verschlossen. Das Versiegeln dient unter anderem dazu, Lufteinschlüsse und Unebenheiten im fertigen Multilayer zu vermeiden.
Burn-In ist ein Verfahren zur Vermeidung von Frühausfällen ausgelieferter Geräte. Dabei wird das Gerät mehrere Stunden unter wechselnden Belastungen und Temperaturen betrieben, um versteckte Fertigungsfehler (meist bei Halbleitern) frühzeitig zu erkennen.
Bürsten ist eine Methode zum Aufrauen der Oberfläche. Die Leiterplatten werden in ein Durchlaufsystem geschoben, in dem eine vorgegebene Höhe zwischen zwei Bürstenwalzen eingehalten wird. Die Druckregelung steuert den Druck der Bürsten auf die Leiterplatten und reguliert so die Rautiefe.
B²IT oder BIT steht für „Bump Interconnect Technology“ und beschreibt eine spezielle Verbindungstechnik, bei der Pads mit Kupfer so aufgebaut werden, dass eine Erhöhung entsteht. Diese Kupfererhöhung ermöglicht eine bessere Kontaktierung weiterer Anschlusselemente und findet sich insbesondere bei Leiterplatten für Flip-Chip-Anwendungen, bei denen die Bauteile lediglich aufgelegt und verklebt werden, anstatt gelötet oder gebondet zu werden.
Die Batch-Behandlung beschreibt ein Verfahren, bei dem im Gegensatz zur kontinuierlichen Behandlung immer nur eine bestimmte Menge vollständig behandelt wird.
Die Durchbruchspannung ist die Spannung, bei der eine Entladung zwischen zwei Potentialen über einen dazwischenliegenden Isolator erfolgt. Diese Durchbruchspannung ist bei Leiterplatten wichtig, wenn die Isolationsschicht entsprechend angepasst werden muss. Dies geschieht entweder durch Vergrößerung des Abstands zwischen den entsprechenden Schichten oder durch die Wahl eines anderen Basismaterials mit höherer Durchschlagsfestigkeit.
C
Abdeckfolie ist eine Art Lötstopp für flexible Leiterplatten. Da Lacke nur eine begrenzte Biegefestigkeit aufweisen, werden hier Abdeckfolien zum Schutz der Kupferstrukturen aufgeklebt. Der Vorteil liegt darin, dass eine sehr hohe Biegebeanspruchung möglich ist. Der Nachteil ist, dass diese Folien geschnitten oder gebohrt werden müssen und sich nicht wie lichtempfindlicher Lötstopplack entwickeln lassen. Dies hat zur Folge, dass nur größere Strukturen in rechteckiger Form möglich sind bzw. kleine Aussparungen immer rund (gebohrt) sind. Für flexible Leiterplatten mit feinen SMD-Flächen ist Abdeckfolie daher nur bedingt geeignet.
Unter Anfasen versteht man das Abwinkeln von Leiterplattenkonturen. Dies wird vor allem bei Steckverbindern benötigt, um ein leichteres Einführen der Leiterplatte in die Buchse zu gewährleisten.
On-Demand-Bestellungen sind ein Begriff aus der Warenwirtschaft und kommen insbesondere bei Großserien von Leiterplatten zum Einsatz. Hierbei werden größere Mengen für einen vereinbarten Zeitraum bestellt, wobei diese Menge dann in Losgrößen geliefert (abgerufen) wird. Vorteile sind hierbei insbesondere die günstigeren Preise durch höhere Stückzahlen und die oft kürzeren Lieferzeiten für Folgelose. Rahmenverträge sind nachteilig, wenn es zu Designänderungen kommt oder die vertraglich vereinbarten Mengen nicht innerhalb des gesetzten Zeitraums abgenommen werden können.
Ein Härteofen ist wichtig zum Trocknen von Lacken, vor allem von Lötstopplacken und Bauteildrucken. Durch die Hitze trocknen die Lacke und werden hart.
Die Aushärtetemperatur ist die Temperatur, bei der Beschichtungen auf Leiterplatten aushärten. Je nach Lack und Aushärtungsverfahren liegen diese Temperaturen höher oder niedriger. Auch die Dauer der Aushärtung spielt eine entscheidende Rolle.
Als Bestückungsseite bezeichnet man die Seite der Leiterplatte, die mit Bauteilen bestückt ist. Sie wird oft auch als Decklage oder Bauteilebene bezeichnet. Die Bezeichnung der oberen Lage als Bauteilebene hat einen historischen Hintergrund, da Leiterplatten früher nur einseitig bestückt wurden, während die Unterseite (Leiterseite) lediglich zur Führung der Leiterbahnen diente. Heute sind viele Leiterplatten beidseitig bestückt, weshalb die Bezeichnung „Bestückungsseite“ irreführend ist.
Unter Beschichten versteht man das Aufbringen von Oberflächenveredelungen auf die Platine, beispielsweise chemisch Gold, chemisch Zinn oder HAL bleifrei.
Der C-Zustand, auch „C-Zustand“ genannt, ist ein Zustand von harzbasierten Kunststoffen, hauptsächlich FR4 und Prepregs für mehrlagige Leiterplatten. Der C-Zustand kennzeichnet die vollständige Verfestigung/Aushärtung des Harzes. Siehe auch A-Zustand und B-Zustand.
CAD steht für „Computer-Aided Design“ und beschreibt in der Leiterplattenfertigung das Layout, das der Herstellung der Leiterplatten vorausgeht. Streng genommen gibt es in der Leiterplattenfertigung kein „Design“ mehr. Sämtliche Anpassungen und Datenänderungen beim Leiterplattenhersteller fallen in die Kategorie CAM, da es sich hier nur noch um die Vorbereitung (M für „Manufacturing“) handelt und keine Designänderungen im Leiterplattenlayout mehr vorgenommen werden.
CAF ist die Abkürzung für „Conductive Anodic Filament“ und beschreibt das Phänomen der elektromechanischen Migration metallisch geladener Salze durch einen nichtleitenden Träger.
Die CAF-Resistenz beschreibt den Widerstand eines Isoliermaterials (zum Beispiel FR4) gegen CAF, die elektromechanische Migration metallisierter Salze.
CAM steht für „Computer-Aided Manufacturing“ und beschreibt die Schritte der Datenverarbeitung nach Fertigstellung des Designs (CAD). Der Grund liegt darin, dass diverse Parameter im Entwurf geändert werden müssen, damit die Leiterplatte möglichst genau dem Entwurf entspricht. Auch für Fräsmaschinen und E-Tester müssen Programme erstellt werden, die herkömmliche Layoutsoftware für den Entwurf von Leiterplatten nicht umfasst. Aus diesem Grund kommt für die CAM-Bearbeitung in der Leiterplattenfertigung meist ganz andere Software zum Einsatz als für die vorherigen CAD-Schritte der Layouterstellung.
CAM350 ist eine CAM-Software von Downstream Technologies, die zur Bearbeitung von Leiterplattenlayouts seitens des Leiterplattenherstellers dient.
CAMMaster ist eine CAM-Software der Pentalogix LLC, die zur Bearbeitung von Leiterplattenlayouts seitens des Leiterplattenherstellers dient.
CAMTEK ist ein Unternehmen, das Maschinen zur optischen Inspektion von Leiterplatten (kurz: AOI) für die Leiterplattenindustrie herstellt.
CAR ist die Kurzform von „Corrective Action Record“ und stammt aus dem Qualitätsmanagement. CARs sind in der Leiterplattenindustrie genauso wichtig wie in jedem produzierenden Unternehmen. Sie dienen der Dokumentation einer präzisen Analyse aufgetretener Fehler, Probleme und Mängel. Basierend auf der Analyse werden in einem CAR „Korrekturmaßnahmen“ entwickelt, die die aufgetretenen Fehler für die Zukunft weitgehend ausschließen sollen. Unternehmen, die Qualitätsmanagement ernst nehmen und sich als lernende Organisation verstehen, kommen an CARs nicht vorbei. Eine Abwandlung des CAR ist der sogenannte 8D-Report.
Kohlenstoff kommt bei der Leiterplattenherstellung an zwei verschiedenen Stellen zum Einsatz. Erstens – und weniger offensichtlich, da Teil eines Herstellungsprozesses – in der Durchkontaktierung, einem sogenannten „Schwarzen Loch“. Zweitens – und dann meist explizit gewünscht, da es für den Einsatz der Leiterplatte oft essenziell ist – als „Carbondruck“ oder „Kohledruck“. Neben den leitfähigen Eigenschaften kommt hier die hohe Härte des Materials zum Einsatz, weshalb es als Beschichtung für Drucktasten auf der Leiterplatte verwendet wird.
Carbon-Leitlack oder auch „Carbon-Lack, Carbon-Lack“ besteht aus Graphit (Kohlenstoff) und wird vor allem zur Härtung von Spitzenkontakten und Abstreifern auf Leiterplatten verwendet. Neben der mechanischen Nutzung der Graphiteigenschaften wird Carbon-Leitlack auch für integrierte Widerstände und Potentiometer eingesetzt.
CBGA ist die Abkürzung für „Ceramic BGA“ und bezeichnet ein Ball Grid Array-Bauelement, das aus Keramik besteht.
CE steht für „Conformité Europénne“ und beschreibt die Einhaltung der in Europa geltenden Richtlinien. Die CE-Kennzeichnung auf der Leiterplatte selbst ist nicht erforderlich, da die Richtlinien weit über die Funktion oder Beschaffenheit der Leiterplatten selbst hinausgehen. Inwieweit fertige Baugruppen der CE-Richtlinie entsprechen, liegt nicht im Einflussbereich des Leiterplattenherstellers.
CEM 1-Material ist ein Leiterplatten-Basismaterial auf Hartpapierbasis. Es gilt als relativ günstig und leicht stanzbar, weshalb es für preissensible Produkte weiterhin gefragt ist. Da sich FR4 jedoch weitgehend als Standard etabliert hat und mittlerweile in deutlich höheren Stückzahlen als CEM 1 eingesetzt wird, schrumpft der Preisvorteil enorm. Viele Hersteller kaufen daher kaum noch CEM 1-Material.
Kupferummantelter Epoxidharzkern, umhüllt mit epoxidharzgetränktem Glasgewebe. Die mechanische Stabilität dieses Materials ist etwas geringer als die von FR 4, die elektrischen Werte entsprechen den für FR-4 vorgeschriebenen Daten
Chemisch Gold ist eine Leiterplattenoberfläche, die auch als „chemisch NiAu“ bezeichnet wird. Ni steht für den Bestandteil Nickel, der zwischen Kupfer und Gold aufgebracht wird. Chemisch Gold bietet für Leiterplatten verschiedene Vorteile: Es ist bondbar, sehr planar, langlebig und gut lötbar. Nachteilig sind die relativ hohen Prozesskosten.
Chemisches Silber ist eine Leiterplattenoberfläche, die auch als „chemisches Ag“ bezeichnet wird. Im Gegensatz zu chemischem Gold ist es nur bedingt haftfähig und vergleichsweise schwer lagerbar. Es hat den Vorteil der planaren Oberfläche, der mit chemischem Gold gemein ist. In Europa ist es weniger verbreitet als beispielsweise in den USA. Das Verfahren gilt als relativ günstig, hat sich in Asien und Europa jedoch nicht durchgesetzt.
Chemisches Zinn ist eine Leiterplattenoberfläche, die auch als „chemisches Sn“ bezeichnet wird. Chemisches Zinn ist planar und leicht lötbar. Nachteile sind die hohe Empfindlichkeit und die geringere Haltbarkeit. Es ist ein relativ kostengünstiges Verfahren zur Leiterplattenherstellung.
CIC steht für „Kupfer-Invar-Kupfer“ und beschreibt eine grundlegende Materialstruktur mit einem Invar anstelle von FR4. Invar ist eine Eisen-Nickel-Legierung mit 36 % Nickel (FeNi36). Invar hat einen extrem kleinen und teilweise sogar negativen Wärmeausdehnungskoeffizienten (CTE) und eignet sich daher gut für Hochtemperatur-Leiterplatten.
Circle ist ein objektives Werkzeug zum Erstellen kreisförmiger Strukturen im Leiterplattendesign (Layouterstellung).
Circuit Board ist die Kurzform von Printed Circuit Board (PCB) und steht einfach für Leiterplatte oder Platine.
CNC steht für „Computerized Numeric Control“ und bedeutet, dass die heute eingesetzten Bohr-, Fräs- und Ritzmaschinen numerische Daten mit den dazugehörigen Koordinaten erhalten. Was heute selbstverständlich klingt, war in den 1980er Jahren noch ein Novum. Damals wurden Bohrungen oft noch manuell anhand der Folie vorgenommen.
Coating steht für „Schicht“ oder „Farbschicht“ und bezeichnet im Allgemeinen den Lötstopplack auf Leiterplatten. Oft sind weitere „Beschichtungen“ erwünscht, meist in Form spezieller Schutzlacke.
Nachnahme steht für „Cash on Delivery“ und ist Teil der Zahlungsbedingungen. Sie entspricht vom Zahlungszeitpunkt her nahezu dem Nachnahmeverfahren, mit dem Unterschied, dass die Zahlung nicht zwingend an den Postboten erfolgen muss, sondern der Lieferzeitpunkt lediglich das Fälligkeitsdatum der Rechnung beschreibt. In der Leiterplattenindustrie finden sich nahezu alle Zahlungsbedingungen. Obwohl Nachnahme im Geschäftsleben eher unüblich ist, kann diese Zahlungsbedingung Teil einer Vereinbarung sein, beispielsweise um dafür den Preis der Leiterplatten zu reduzieren.
Kupfer, das chemische Symbol ist Cu. Kupfer ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Leiterplatten. Fast alle leitenden Verbindungen bestehen aus Kupfer.
Beim Copper Bump handelt es sich um eine zusätzliche Kupfererhebung auf dem Kupfer zur besseren Kontaktierung. Hierbei wird auf die fertig strukturierte Leiterplatte nochmals ein Laminat aufgebracht, welches die zu entfernenden Bereiche freigibt und den Rest abdeckt. Auf den freigelegten Bereichen wird durch chemische Kupferabscheidung eine chemische Erhebung aufgebaut.
Counter Sink ist ein „Absenken“. Senkbohrungen sind Senkungen. Dabei wird die Leiterplatte nicht komplett mit einem Bohrdurchmesser durchbohrt, sondern nur einseitig mit einem größeren Bohrer oder Senker bis zu einer bestimmten Tiefe aufgebohrt. So können zur Befestigung Schrauben verwendet werden, deren Köpfe bündig mit der Leiterplatte abschließen.
Crimpen ist eine mechanische Verbindungstechnik, die bei flexiblen Leiterplatten und vor allem bei Kabelverbindungen mit Steckverbindern zum Einsatz kommt.
Unter Kreuzschraffur versteht man Schraffuren in den Masseflächen von Leiterplatten. Schwierigkeiten bei der Herstellung von Leiterplatten können hier auftreten, wenn bei der Kreuzschraffur nicht berücksichtigt wird, dass für die Schraffur die gleichen strukturellen Grenzen gelten wie für gedruckte Leiterbahnen.
Cross Vias, auch „gekreuzte Löcher“ genannt, sind vergrabene Löcher, die über verschiedene Lagen verlaufen. Diese Strukturen lassen sich nur sequenziell realisieren, weshalb Cross Vias in der SBU-Technologie (Sequential Build-up) zu finden sind. Da dies nur bei sehr komplexen und hochlagigen Multilayern notwendig ist, bieten viele Leiterplattenhersteller keine Cross Vias an.
CSP ist die Abkürzung für „Chip Size Package“ und bezeichnet ein Bauteil, dessen Größe sich durch das Gehäuse kaum vergrößert hat.
CTE steht für „Coefficient of Thermal Expansion“ und bedeutet „Wärmeausdehnungskoeffizient“ und wird in ppm/K angegeben. Neben der meist unbedeutenden Wärmeausdehnung von Leiterplatten im Einsatz ist der CTE bei der Herstellung von Multilayern enorm wichtig. Da Kupfer und Epoxidharz sehr unterschiedliche CTE-Werte haben, dehnen sich die Lagen beim Heißpressen unterschiedlich aus. Verkleben diese Lagen unter Hitzeeinwirkung, können beim anschließenden Abkühlprozess Spannungen entstehen, die sich in Form von Verdrehungen und Verwerfungen äußern. Um diese Spannungen möglichst gering zu halten bzw. gleichmäßig zu verteilen, muss das Kupfer in den Innenlagen möglichst gleichmäßig verteilt sein. Ist eine Innenlage eine Massefläche und die andere nur wenige Signallagen mit vergleichsweise geringem Kupfergehalt, begünstigt dies verbogene Leiterplatten. Der Leiterplattenhersteller hat hierauf wenig Einfluss, da es sich um physikalische Gegebenheiten handelt, die im Layout berücksichtigt werden müssen. Lediglich bei der Bestellung von Layouts mit stark unterschiedlicher Kupferverteilung kann und sollte der Leiterplattenhersteller hierauf hinweisen.
Der CTI-Wert (Comparative Tracking Index) bezeichnet die Kriechstromfestigkeit, also den Isolationswiderstand der Oberfläche (Kriechstrecke) von Nichtleitern, gegenüber Feuchtigkeit und Verschmutzung. Damit wird der maximale Leckstrom definiert, der unter bestimmten Prüfbedingungen fließen darf.
Cu-Sn/Pb (Kupfer-Blei-Zinn) ist eine historische Oberflächenveredelung für Leiterplatten, die eingeschmolzen (auch „Umschmelzen“ genannt) wurde. Das Verfahren ist dem Wellenlöten sehr ähnlich und daher langsam. Es wurde durch das schnellere Heißluftnivellieren (HAL) ersetzt, wobei der Blei-Zinn-Auftrag auch dünner ausfallen kann.
CVD steht für „Chemical Vapor Deposition“ und ist ein Beschichtungsverfahren für mikroelektronische Bauteile.
Unter Durchgangsprüfung versteht man hier einen Teil der elektrischen Prüfung von Leiterplatten.
Eine Durchlaufanlage ist eine Maschine zur Herstellung von Leiterplatten, bei der die Leiterplatten kontinuierlich (meist horizontal) durch die Maschine laufen. Sie ist das Gegenteil von Tauchanlagen (vertikal), bei denen die Leiterplatten vertikal eingetaucht werden. Typische Durchlaufanlagen in der Leiterplattenherstellung sind Bürstmaschinen, Kaskadenspülungen, Resiststripper und Ätzanlagen. Es gibt auch Durchlaufanlagen für die Durchkontaktierung von Leiterplatten.
Mit Climbern sind Durchkontaktierungen gemeint, deren Aufgabe es ist, die Lagen miteinander zu verbinden. Sie werden heute auch VIA genannt. Nicht zu den Climbern zählen die Durchkontaktierungen, in die später Bauteile eingelötet werden.
D
Unter Abscheidung versteht man in der Leiterplattenherstellung üblicherweise das Aufbringen von Metall auf die Leiterplatte. Man unterscheidet hierbei zwischen chemischer und galvanischer bzw. elektrolytischer Abscheidung. Erstere wird meist vollflächig für Kupfer im Durchkontaktierungsprozess eingesetzt, letztere beim Nachverstärken der Leiterplatten. Neben der Kupferabscheidung gibt es auch Abscheidungsverfahren auf den verschiedenen Endflächen, vor allem chemisch Zinn (Sn) und chemisch Nickel-Gold (NiAu).
Unter Sedimentation versteht man den Prozess der Ablagerung. Sedimentation beschreibt die Trennung der schwereren Elemente von den leichteren durch Aufschwimmen oder Absinken.
Bei Leiterplatten bezeichnet Spacing üblicherweise den Abstand zwischen Leiterbahnen oder beliebigen Kupferstrukturen. Bei speziellen Mehrschichtaufbauten für beispielsweise Hochfrequenzanwendungen sind auch Abstände zwischen den Lagen relevant. Meistens lassen sich die Abstände schnell aus dem Kontext und den Werten erschließen.
Bei der Bohrbildprüfung handelt es sich um eine Überprüfung auf Vollständigkeit aller erforderlichen Bohrungen in der Leiterplatte.
Die Bohrdeckschicht ist meist eine Schicht aus Aluminium, die über die zu bohrende Leiterplatte gelegt wird. Diese Bohrdeckschicht aus dünnem Aluminium sorgt für eine bessere Bohrerführung, da der Bohrer dadurch fixiert wird und beim Bohren von Packages (mehrere Leiterplatten übereinander) nicht mehr so leicht auslaufen kann. Aluminiumdeckschichten haben zudem eine kühlende und schmierende Wirkung.
Das Bohren ist einer der ersten Prozesse bei der Herstellung von (1- und 2-lagigen) Leiterplatten. Das Bohren ermöglicht spätere Verbindungen der Lagen sowie das Einsetzen von Bauteilen. Bei mehrlagigen Leiterplatten erfolgt der Bohrprozess meist erst im Anschluss, da die inneren Lagen zunächst strukturiert und verpresst werden müssen, bevor diese anschließend gebohrt werden können.
Bohrer sind in der Leiterplattenfertigung von 0.10mm bis über 6mm verfügbar. Aufgrund von Limitationen der Aufnahmemagazine der Bohrmaschinen, hohen Anschaffungskosten bei geringer Nutzung (betrifft vor allem größere Bohrdurchmesser) sowie der Gefahr des Bohrerbruchs (betrifft vor allem dünnere Bohrdurchmesser) liegt die tatsächliche Verfügbarkeit von Bohrern oft zwischen 0.20 und 4 mm. Dünnere Bohrungen stellen zwar keine große Herausforderung hinsichtlich der Lochherstellung dar, die Durchkontaktierung gestaltet sich jedoch schwierig, weshalb viele Hersteller keine Bohrungen unter 0.20mm anbieten. Bohrungen über 4mm werden häufig gefräst. Dies hat einen Vorteil hinsichtlich der Lochqualität, da große Bohrer meist mehr Grat produzieren als ein Fräser.
Um sicherzustellen, dass alle Bohrungen entsprechend dem Bohrprogramm ausgeführt wurden und nicht mitten im Bohrvorgang ein Bohrer abgebrochen ist und entsprechende Bohrungen fehlen, ist eine Bohrbruchkontrolle erforderlich. Diese Bohrbruchkontrolle erfolgt häufig auf zwei Ebenen. Zum einen prüfen moderne Bohrmaschinen anhand des Kontakts zwischen Bohrer und Bohrdeckschicht bei jedem Bohrhub, ob der Bohrer noch in voller Länge vorhanden ist. Zum anderen werden häufig Bohrfilme aufgezeichnet, die nach dem Bohrvorgang zur optischen Kontrolle über die gebohrten Rohlinge gelegt werden. Fehlen hier Bohrungen, ist dies schnell erkennbar. Des Weiteren können Kontrollbohrungen stets bis zur letzten Bohrung mit beliebigem Durchmesser am Plattenrand eingebracht werden.
Als Bohrmagazin bezeichnet man die Lagerung von Bohrern an Bohrmaschinen. Diese Magazine sind heute sehr großzügig bemessen, während bei alten Bohrmaschinen oft noch ein manuelles Bestücken der Bohrer je nach benötigtem Durchmesser erforderlich war.
Die Bohrnummer beschreibt eine der ersten Markierungen beim Leiterplattenhersteller, um den Auftrag zuordnen zu können. Da zu Produktionsbeginn noch keine Strukturierung der Leiterplatte erfolgt, wird eine entsprechende Chargen- oder Auftragsnummer in die Produktionsrohlinge gebohrt. Eine Identifizierung ist somit auch ohne Kupferstrukturen möglich.
Bohrpappe ist zum Bohren untergepresste Pappe, die den Bohrtisch schützt. Da auch die unterste Leiterplatte vollständig vom Bohrer durchdrungen werden muss, ist ein Abstandshalter zum Maschinentisch erforderlich. Diese Pappe ist meist 2-3mm dick und wird oft mehrfach verwendet.
Die Bohrspindel ist der Teil der Bohrmaschine, der sowohl die Drehbewegung des Bohrers als auch die Hübe in der Leiterplatte ausführt. Es gibt Bohrmaschinen mit unterschiedlicher Spindelanzahl. Während „Einspindelmaschinen“ für Prototypen und Kleinserien sinnvoll sind, kommen in der Serienproduktion „Mehrspindelmaschinen“ mit bis zu 6 Spindeln zum Einsatz. Der Vorteil von Mehrspindelmaschinen besteht darin, dass größere Stückzahlen gleichzeitig nebeneinander gebohrt werden können, ohne dass wiederholte manuelle Montagearbeiten erforderlich sind. Der Nachteil besteht darin, dass Spindeln bei Unterauslastung abgeschaltet werden müssen, sich aber dennoch in der Bohrmaschine bewegen. Es ist nicht möglich, unterschiedliche Bohrprogramme gleichzeitig auf verschiedenen Spindeln zu bohren.
Als Bohrtisch bezeichnet man die Fläche, auf der die Leiterplatten zum Bohren positioniert werden.
Die Bohrunterlage ist das Gegenteil zum Bohrdeckblatt, siehe „Lochpappe“.
Bohrzugabe beschreibt die Vergrößerung des im Leiterplattenlayout angegebenen Bohrdurchmessers. Diese Bohrzugaben müssen berücksichtigt werden, da es sich bei den im Layout angegebenen Durchmessern um Enddurchmesser handelt. Da bei durchkontaktierten Löchern jedoch sowohl Kupfer als auch eine Oberflächenveredelung hinzugefügt werden, wodurch das Loch schmaler wird, muss diese Menge vorher entsprechend hinzugefügt werden. Je nach Hersteller, Kupferdicke, durchkontaktiertem oder nicht durchkontaktiertem Loch und Oberflächenveredelung sind Bohrzugaben von 0.05 mm bis 0.25 mm üblich.
Mit Abstand werden bei Leiterplatten die Strukturen bzw. Abstände zwischen Kupferstrukturen bezeichnet. Bei Layoutprüfungen kommt es beispielsweise zu „Clearance-Fehlern“, wenn der minimale Kupferabstand auf der Leiterplatte unterschritten wird.
D-Code ist die Bezeichnung für Blendenwerte bei Gerber. D-Codes bestehen aus einem D-Wert ab 10 (z. B. D10), einem Zeichen für die Form (z. B. R für Rechteck) und mindestens einem Wert (z. B. 0.50). Gibt es für diese Form einen zweiten Wert (z. B. 1.0), wird aus dem 0.5-Quadrat ein Rechteck (1.0×0.5). Die Einheiten in Form von mm, mil, inch usw. sind in der Regel nicht direkt im D-Code enthalten, sondern im Header-Bereich der Gerber-Daten. Dieser D-Code definiert, wie die Form aussehen soll. Angaben zu den Koordinaten in der Gerber-Datei beziehen sich dann nur auf D10, ohne die Größen- und Formangaben erneut anzugeben.
DCA steht für „Direct Chip Attach“ und beschreibt die Montage von unbestückten Siliziumchips direkt auf der Leiterplatte.
Design beschreibt die Gestaltung von Leiterplatten bzw. das Erscheinungsbild der Leiterplatte. Das Design der Leiterplatte hat maßgeblichen Einfluss auf Funktion und Kosten der Baugruppe. In komplexeren Fällen (z. B. in der HF-Technik) empfiehlt es sich, vor Beginn des Designs mit dem Leiterplattenhersteller zu kooperieren, um Kosten, Machbarkeit und Materialverfügbarkeit zu prüfen.
Unter Design For Manufacturing (kurz: DFM) versteht man die grundlegenden Fertigungsregeln, die bei der Herstellung von Leiterplatten eingehalten werden müssen. Mit dem Design Rules Check (DRC) können Sie überprüfen, ob das Design for Manufacturing eingehalten wurde.
Der Design Rules Check (kurz: DRC) ist ein Verfahren, das die Layoutdaten der Leiterplatte auf Fertigungsregeln überprüft. Je nach Möglichkeiten und Fertigungsaufwand (Preis) fordern Hersteller bestimmte Strukturen im Kupfer, Mindestbohrungsdurchmesser, Abstände zu Außenkonturen, Lötstoppmaskenausnahmen etc. Diese werden mit dem Design Rules Check auf Einhaltung geprüft. Moderne CAM-Software bietet heutzutage automatisierte Kontrollfunktionen für eine Vielzahl von Prüfungen im Leiterplattenlayout.
Entfernung geschmolzener Glasfaser-Bohrrückstände durch chemische Behandlung mit Supermangan-Kalium (Kaliumpermanganat KMnO4) oder durch Plasma-Rückätzen.
Destillation ist ein thermisches Trennverfahren zur Trennung eines Flüssigkeitsgemisches mit verschiedenen, miteinander löslichen Stoffen. Die Trennung der einzelnen Stoffe erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Siedepunkte der beteiligten Flüssigkeiten.
Der Dezimalpunkt ist ein numerischer Bestandteil, der bei der Herstellung von Leiterplatten, insbesondere bei der Datendeklaration, eine wichtige Rolle spielt. Es gibt verschiedene Dateiformate, die in den Koordinaten auf Dezimalpunkte verzichten, sondern stattdessen durch eine Zahl definieren, wo der Dezimalpunkt zu verstehen ist. Dies birgt Risiken und Schwierigkeiten, wenn diese Definition (z. B. 2.4 für 2 Stellen vor dem Dezimalpunkt und 4 dahinter) nicht existiert. Darüber hinaus gibt es verschiedene Formatkompressionen, die anstehende Nullen voranstellen oder unterdrücken und so die Interpretation der Daten erschweren können. Erlaubt ein Format das Einfügen von Dezimalpunkten, ist dies immer ratsam.
DGA steht für „Die Grid Array“ und bezeichnet ein Bauteil mit einem Raster aus Bumps direkt auf dem Chip, sodass Leiterplatten direkt kontaktiert werden können
Diazofilm ist ein sehr stabiler gelblicher Film zur Belichtung von Leiterplatten. Die belichteten Bereiche verfärben sich von hellgelb nach dunkelbraun. Diese Bereiche sind dann für die UV-Teile des Belichters nicht mehr durchdringbar. Für das sichtbare gelbe Licht und damit für den Bediener bleibt der Film transparent und lässt sich gut justieren. Diazofilme lassen sich nicht direkt plotten, sondern entstehen als Abzug von weniger kratzfesten Silberfolien. In der Prototypenfertigung wird heute oft auf die Herstellung von Diazofilmen verzichtet, da die Silberfolien für wenige Belichtungsvorgänge völlig ausreichen. Für die Filmarchivierung und Serienproduktion sind Diazofilme jedoch unverzichtbar.
Dieken ist ein Unternehmen (Dieken GmbH), das sich auf die Programmierung und Installation von Prozesssoftware für die Leiterplattenindustrie spezialisiert hat. Dabei handelt es sich nicht um CAD/CAM-Software, sondern um Datenbank- und Produktionssteuerungen (PPS).
Ein Dielektrikum (Plural: Dielektrika) ist ein schwach elektrisch leitender oder nichtleitender, nichtmetallischer Stoff, dessen Ladungsträger im Allgemeinen nicht frei beweglich sind. Ein Dielektrikum kann entweder ein Gas, eine Flüssigkeit oder ein Feststoff sein. Von Dielektrika spricht man üblicherweise, wenn diese Materialien elektrischen oder elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind. Dielektrika sind typischerweise nicht magnetisch. Hier handelt es sich um das Grundmaterial.
Diffusion ist ein physikalischer Prozess, der zu einer gleichmäßigen Verteilung von Teilchen und damit zur vollständigen Vermischung zweier Stoffe führt. Sie basiert auf der thermischen Bewegung von Teilchen. Dies können Atome, Moleküle oder Ladungsträger sein. Meist handelt es sich um Oberflächendiffusion in das Kupfer der Leiterplatte.
Als Diffusionsbarriere wird eine Nickelschicht in Oberflächenprozessen bezeichnet, um zu verhindern, dass z.B. Gold in die darunterliegende Kupferschicht diffundiert. Als Diffusionsbarriere wird daher eine ca. 4µ dicke Nickelzwischenschicht aufgebracht.
DIM bezeichnet häufig die Maßlage von Leiterplattenlayouts und beinhaltet die Angaben zur Kontur.
Die Dimensionsebene ist die Dimensionsposition im PCB-Layout und enthält die Kontur der PCB.
Die Abmessungen geben die Abmessungen der Leiterplatte in ihren 3 Achsen an.
Die Maßhaltigkeit beschreibt die Genauigkeit, mit der die meisten Filme die Strukturen der Leiterplatten abbilden.
DIN ist der deutsche Industriestandard
Direktbelichter sind neuere Belichter, die das Leiterbild direkt auf die zu belichtende Leiterplatte scannen. Standardbelichter emittieren kollimiertes Licht auf die lichtempfindliche Schicht der Leiterplatte. Dafür wird ein Film benötigt.
DMA steht für „Dynamisch Mechanische Analyse“ und ist eine Methode zur Bestimmung von Kunststoffeigenschaften. Für FR4-Basismaterial.
DMS steht für „Dehnungsmessstreifen“ und bezeichnet einen Dehnungssensor, der bereits bei geringer Längenänderung den elektrischen Widerstand ändert. Sie werden bevorzugt in Waagen eingesetzt.
Donut ist eine Form, die als Blende im PCB-Design verwendet werden kann. Es beschreibt eine runde Form mit einem runden Loch in der Mitte, ähnlich einem Ring.
Bei einer doppelseitigen Leiterplatte handelt es sich um eine Leiterplatte mit Kupfer auf zwei Seiten. Sie wird oft auch Bi-Layer-, Two-Layer- oder Zweilagen-Leiterplatte genannt. Die Bezeichnung DK-Platine ist auch ausreichend, da DK für durchkontaktierte Löcher steht und durchkontaktierte Leiterplatten mindestens doppelseitig sind.
DPF steht für „Dynamic Process Format“ und wurde von Barco entwickelt. DPF-Daten enthalten nicht nur die üblichen Plot-Informationen der Leiterplatte wie Position, Größe und Form. DPF-Dateien enthalten auch Netzwerklisten, die für die elektrischen Tests von Leiterplatten benötigt werden.
Als Drill Void bezeichnet man das Auftreten von Durchkontaktierungen ohne das erforderliche Kupferpad. „Void“ steht also für „fehlendes Teil, leerer Raum, Leere“.
DSA-Flex steht für „Double-Sided Access-Flex“ und bezeichnet eine einlagige flexible Leiterplatte mit einer an Ober- und Unterseite offenen Deckfolie zum Anschluss von Bauteilen oder Leitungen (frei übersetzt: „beidseitig begehbare flexible Leiterplatte“).
DSC steht für „Differential Scanning Calorimetry“ (Differenzkalorimetrie – DKK) und beschreibt ein Verfahren zur Messung der Wärmeaufnahme und -abgabe von Substanzen. Das Verfahren dient der Bestimmung des Tg-Wertes von Leiterplatten-Basismaterialien.
Duktilität (Ziehen, Führen) ist die Eigenschaft eines Werkstoffes, sich bei Überlastung plastisch zu verformen, bevor er versagt. Hier ist Kupfer gemeint, insbesondere in den Lochhülsen. Duktiles Kupfer neigt weniger zur Rissbildung unter thermischer oder mechanischer Belastung.
Dummy bezeichnet üblicherweise Fräs- oder Bohrmuster, die zur mechanischen Prüfung der Leiterplatte dienen. Bevor die Leiterplatten mit all ihren Strukturen hergestellt werden, ist es manchmal ratsam, einen kostengünstigen Dummy herzustellen, beispielsweise um die Platzierung der Leiterplatte im Gerät zu testen. Im Allgemeinen bezeichnet es auch ein nicht-funktionales Muster.
Die Dunkelkammer ist der Ort bei der Herstellung von Leiterplatten, an dem normalerweise Filme entwickelt werden.
DWG ist ein Dateiformat und steht für „Zeichnung“. Es ist ein Format von AutoCAD, das zur Erstellung technischer Zeichnungen verwendet wird. Im PCB-Bereich ist es für die mechanische Konstruktion relevant.
DXF ist ein Dateiformat und steht für Drawing Interchange Format. Es handelt sich um ein Dateiformat, das zur Darstellung von CAD-Modellen dient und für das Programm AutoCAD entwickelt wurde. Im Leiterplattenbereich ist dieses Format vor allem für die Darstellung von Konturzeichnungen und für Bemaßungen der mechanischen Bearbeitung relevant.
E
Ätzen ist ein Verfahren zur Oberflächenvorbehandlung. Durch das Ätzen werden die Oberflächen gereinigt und aktiviert.
Die Auflage beschreibt die tatsächlich gelieferte Anzahl an Leiterplatten in der Leiterplattenproduktion. Werden insgesamt X Leiterplatten bestellt, werden üblicherweise weitere Leiterplatten „aufgelegt“, um etwaigen Ausschuss auszugleichen. Diese „Mehrauflage“ kann zu Überlieferungen führen, wenn mehr Leiterplatten die Produktion einwandfrei verlassen als bestellt.
Linien gleichen elektrischen Potenzials bzw. gleicher Feldlinienstärke
Der Ätzfaktor bezeichnet die Addition der Strukturbreiten in % vor dem Ätzen, um die durch den Ätzvorgang verringerte Breite auszugleichen.
Ätzfehler sind Unvollkommenheiten im Kupferbild der Leiterplatte. Diese Ätzfehler können hervorstehende oder nicht geätzte Kupferstellen oder zu viele geätzte Bereiche sein. Beides ist gemäß IPC und PERFAG bis zu einem gewissen Grad zulässig.
Als Ätzresist bezeichnet man das Medium, das das Kupfer vor der Ätzflüssigkeit schützt. Beim alkalischen Ätzen wird üblicherweise eine dünne Schicht auf die Leiterplattenstrukturen aufgetragen.
Die Ätztechnik ist ein Ätzverfahren zum Abtragen von Metallen. In der Leiterplattenherstellung wird die Ätztechnik insbesondere zur Erzeugung von Kupferstrukturen eingesetzt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen saurer Ätztechnik (basierend auf Säure) und alkalischer Ätztechnik (basierend auf Lauge/Base).
Die Belichtung erfolgt bei der Herstellung von Leiterplatten in mehreren Prozessschritten. Bei der konventionellen Leiterplattenherstellung ist die Belichtung des Laminats zur Strukturierung des Kupfers unerlässlich. Darüber hinaus wird für die Lötstoppmaske ein leicht veränderter Belichtungsprozess (längere Belichtungszeit) verwendet.
E-Test (elektrischer Test oder Elektrotest) ist ein Verfahren zum Prüfen von Leiterplatten auf Kurzschlüsse oder unterbrochene Verbindungen. Für den elektrischen Test werden sogenannte Adapter oder bei wenigen Leiterplatten Nadeltester verwendet. Durch die Erstellung von Netzlisten kann im E-Test überprüft werden, ob ein Netz eine Unterbrechung aufweist. Die Prüfung auf unerwünschte Verbindungen ist etwas aufwändiger. Während bei unterbrochenen Verbindungen lediglich die Anfangs- und Endpunkte des Netzes angefahren werden müssen, um eine Leiterbahnunterbrechung feststellen zu können, muss beim Kurzschlusstest ein Vergleich mit benachbarten Netzen durchgeführt werden. Diese Methode ist daher deutlich komplexer bei der Erstellung des Testprogramms, zeitaufwändig bei Fingertestern und selten 100% zuverlässig bei der Berechnung der Testroutinen (die theoretisch eine Prüfung von jedem Netz zu jedem Netz erfordern würden). Ebenso können übermäßige Leiterbahnverengungen oft nicht von einem Elektrotester erkannt werden, da eine für den elektrischen Test verengte Verbindung im Test oft noch einen ausreichend geringen Widerstand aufweist und die Verbindung als „in Ordnung“ bewertet wird. Entgegen der landläufigen Meinung bietet eine elektrische Prüfung keine hundertprozentige Sicherheit und eine optische Kontrolle ist ergänzend erforderlich.
Eagle ist eine leistungsstarke Software von CadSoft zur Erstellung von Schaltplänen, die automatisch in Layouts (entbündelte Schaltpläne) für die Leiterplattenproduktion umgewandelt werden können. Der Vorteil von Eagle liegt in den geringen Anschaffungskosten und der hohen Verbreitung im deutschsprachigen Raum. Letztere gewährleistet schnellen und fundierten Support in diversen Online-Foren zum Thema Leiterplattendesign.
ED-Kupfer steht für „Electric Deposit“ und bezeichnet eine Kupferauflage, die mittels eines galvanischen Verfahrens auf das Grundmaterial aufgebracht wurde. Man unterscheidet hier insbesondere vom RA-Kupfer, das aufgewalzt wird. ED-Kupfer ist durch das elektrolytische Auftragen etwas poröser. Dies hat bei starren Leiterplatten relativ geringe Auswirkungen, ist aber bei flexiblen Leiterplatten relevant, wenn es um maximale Biegefestigkeit geht. Hier ist Walzkupfer aufgrund der weniger porösen Molekularstruktur des Kupfers belastbarer und dem ED-Kupfer vorzuziehen.
Der Randabstand beschreibt den Abstand, den Kupferstrukturen auf Leiterplatten von der Kontur haben. Dieser minimale Randabstand kann je nach Produktionslinie variieren. Relevanter ist jedoch die mechanische Bearbeitung der Leiterplatten. Während gefräste Leiterplatten relativ geringe „Randabstände“ zulassen, muss bei Stanzungen und insbesondere Rissen ein deutlich höherer Randabstand eingehalten werden. Wird dieser unterschritten, können die Kupferstrukturen mechanisch beschädigt werden, was dann durch Gratbildung zum Aufsteigen und Abplatzen der Leiterbahnen führt. Bei extremen Unterschreitungen kann ein zu geringer Randabstand dazu führen, dass Leiterbahnen zu dünn werden oder ganz weggefräst werden.
Ethylendiamintetraessigsäure oder Ethylendiamintetraacetat, das Tetraanion der Ethylendiamintetraessigsäure, kurz EDTA, ist ein Komplexbildner und wird in der analytischen Chemie als Komplexon-/Titriplex-II-Standardlösung zur quantitativen Bestimmung von Metallionen wie Cu, Pb, Ca oder Mg in der Chelatometrie verwendet.
Express-Service beschreibt die Möglichkeit, Leiterplatten unter hohem Zeitdruck einzukaufen und schneller zu erhalten. Die Geschwindigkeit, mit der Eilservices möglich sind, hängt einerseits von der Technologie (Komplexität) der Leiterplatten ab und andererseits von der Fähigkeit des Leiterplattenherstellers, seine Prozesse und Maschinen schnell und bedarfsgerecht entsprechend einzurichten.
Elastizität ist die Eigenschaft eines Körpers, nach einer Verformung durch eine einwirkende Kraft wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren, wenn diese nicht mehr vorhanden ist
Als Elektrolyse bezeichnet man einen Vorgang, bei dem elektrischer Strom eine chemische Reaktion auslöst. Diese Reaktion wird bei der Herstellung von Leiterplatten genutzt, um Metalle abzuscheiden. Dabei wird die Leiterplatte an der Kathode befestigt. Die Anode besteht aus dem aufzutragenden Material. Dieses wird zersetzt und wandert durch den Elektrolyten zur Kathode, wo es sich absetzt.
Elektrolyte sind Flüssigkeiten, die Ionen enthalten. Bei der Leiterplattenherstellung sind sie in den elektrolytischen (galvanischen) Bädern enthalten. Ihre elektrische Leitfähigkeit und der Ladungstransport durch die gerichtete Bewegung der Ionen führen dazu, dass sich das Material an den angeschlossenen Elektroden an- oder ablagert.
Die Elektronikentwicklung beschreibt den gesamten Entwicklungsprozess elektronischer Baugruppen. Er beginnt üblicherweise mit der Erstellung der funktionalen Anforderungen, woraufhin der Schaltplan erstellt wird. Entsprechend der geforderten Geometrie wird dieser auf eine Leiterplatte übertragen. Platine, Bauteile, Gehäuse, Displays, Kabel und weitere Komponenten werden anschließend zu einer Klemme zusammengeführt. Das fertige Produkt kann zu Testzwecken genutzt werden, um die Ergebnisse in ein Redesign einfließen zu lassen.
Embedded Components sind ein relativ neuer Trend in der Leiterplattenfertigung, der die Packungsdichte deutlich erhöhen kann. Im Prinzip geht es darum, Komponenten direkt in die Leiterplatte zu integrieren (meist in den Innenlagen eines Multilayers). Dies spart Platz auf den Außenlagen und trägt zur weiteren Miniaturisierung von Baugruppen bei.
Eingebettete Widerstände sind eine Art eingebetteter Bauelemente, wirken sich jedoch gezielt auf die Widerstände aus und definieren somit die am weitesten verbreitete Methode der Bauteilintegration. Eine spezielle Widerstandspaste wird auf die Innenlagen gedruckt und durch exakte Dicken- und Strukturkontrolle sowie Laserschneiden integriert. Diese Paste hat einen definierten Leitwert, sodass durch die Bestimmung von Breite und Höhe entsprechende Widerstände erzeugt werden können. Als technische Einschränkung wird oft genannt, dass der Widerstandsbereich aller eingebetteten Widerstände in einem ähnlichen Bereich liegen muss, da die Paste entsprechend diesem Bereich ausgewählt wird. Dies ist in der Regel nur dann wirtschaftlich, wenn dadurch ein signifikanter Anteil des in den Multilayer einzubettenden Widerstands beeinflusst wird.
EMV ist die Abkürzung für Elektromagnetische Verträglichkeit. Die EMV beschreibt somit den gewünschten Zustand, in dem sich Baugruppen in ihrer Funktion nicht gegenseitig stören, also „vertragen“. Für die Herstellung von Leiterplatten kann dies verschiedene Herausforderungen mit sich bringen, die jedoch vom Designer der Baugruppe an den Hersteller kommuniziert werden müssen.
Endkupfer bezeichnet die Kupferdicke auf Leiterplatten, die sich aus Basiskupfer und Aufbaukupfer zusammensetzt und somit die Enddicke der Kupferstrukturen auf der Platine beschreibt. Üblich sind hier bestimmte Standarddicken wie 35 µm
Endlos-Flex beschreibt den Herstellungsprozess flexibler Leiterplatten. Dabei wird das Basismaterial von einer Rolle abgewickelt, durchläuft als Band die Fertigungsschritte und wird anschließend als fertiges Produkt wieder auf eine Rolle gewickelt. Lediglich die finalen Zuschnitte werden später daraus ausgestanzt oder gelasert.
Endoberfläche bezeichnet eine Auswahl an Beschichtungen, die auf das Kupfer der Leiterplatten aufgebracht werden können. Je nach Anwendung und Präferenz (z. B. aufgrund optimierter Lötprofile) gibt es verschiedene Zinnoberflächen (HAL bleifrei oder chemisch Sn (chemisch Zinn), Blei-Zinn-Oberflächen (HAL-bleihaltig, nicht RoHS-konform)
Engg steht allgemein für „Engineering“ und wird von Leiterplattenherstellern in Asien oder Amerika im Zusammenhang mit Prototypen verwendet. Das oft vorkommende „Engg-Lot“ bedeutet nichts anderes als Testmuster für Funktionstests oder Qualitätsprüfungen vor der Serienbestellung der Leiterplatte.
Englische Einheiten bezeichnen die Verwendung von Zoll und Mil bei der Bemaßung bzw. Layoutdatenausgabe von Leiterplatten. Je nach Programmeinstellung können diese Größen- und Positionsangaben in metrischen oder englischen Einheiten ausgegeben werden. Für die Herstellung von Leiterplatten ist dies weitgehend irrelevant, sofern in den Daten definiert ist, auf welches Einheitensystem sich die Angaben beziehen.
ENIG steht für „Electroless Nickel-Immersion Gold“ und ist die Kurzform für chemisch Nickel-Gold, eine Oberflächenbeschichtung für Leiterplatten. Das Wort ENIG allein sagt jedoch nichts über die gewählten Schichtdicken von Nickel und Gold aus. Es handelt sich lediglich um die Benennung des Verfahrens und der Komponenten, nicht um eine exakte Definition der Leiterplattenoberfläche.
ESPI steht für „Electronic Speckle Pattern Interferometry“ und ist ein optisches Analyseverfahren zur Messung von Deformationen.
Die Europakarte ist eine genormte Leiterplatte mit den Abmessungen 160x100mm² (siehe Europaformat). Dieses Leiterplattenformat stellt somit eine standardisierte Größe von Einschubkästen dar. Es hat Relevanz für die Leiterplattenherstellung, da es einerseits häufig als Preisgrundlage („Preis pro Europakarte“) und andererseits für die Größe der Leiterplattenzuschnitte in der Produktion verwendet wird. Viele Hersteller haben sich für Formate entschieden, die optimal für die Anordnung einer bestimmten Anzahl von Europakarten ausgelegt sind.
Eutektikum kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gut schmelzen“ und erfordert mindestens zwei Metalle. Im Eutektikum wechselt die Legierung unmittelbar vom festen (Solidus) in den flüssigen (Liquidus) Zustand, ohne dass es einen Solidus-/Liquidus-Bereich gibt. Da der Schmelzpunkt einer eutektischen Legierung deutlich niedriger ist als der reiner Metalle, werden solche Legierungen bevorzugt zum Löten verwendet. Das Eutektikum war insbesondere bei der Herstellung von Leiterplatten für die Aufbringung der Zinn-Blei-Endfläche relevant. Wird heute aber nicht mehr verwendet, da es nicht RoHS-konform ist.
Der eutektische Punkt ist der Punkt in einer Materialzusammensetzung, an dem die Schmelztemperatur am niedrigsten ist. Ein für die Herstellung von Leiterplatten relevantes Beispiel ist das Zinn-Blei-Gemisch. Bei einem Verhältnis von ca. 63 % Zinn und 37 % Blei liegt die Löttemperatur nur knapp über 180 °C. Die neuen RoHS-konformen Lote ohne Blei erfordern Temperaturen über 240 °C (der Schmelzpunkt von Zinn (Sn) liegt bei 232 °C).
Excellon ist ein NC-Datenformat eines Maschinenbauers, das für Bohr- und Fräsmaschinen verwendet wird. Neben den notwendigen Koordinaten enthält Excellon sogenannte Werkzeuginformationen. Einem Werkzeug (Tool) zum Fräsen oder Bohren werden hier vier verschiedene Werte zugeordnet: Größe (meist in Zoll), Hub (Eintauchgeschwindigkeit des Werkzeugs), Vorschub (bei Fräsern die Geschwindigkeit, mit der sich der Fräser im Werkstück bewegt) und Drehzahl (Umdrehungen pro Minute).
Als Express-Service bezeichnet man die Fertigung von Leiterplatten in kürzester Zeit.
Extended Gerber ist ein weit verbreitetes Datenformat zur Darstellung von Strukturen auf Leiterplatten. Das Wort „extended“ weist darauf hin, dass die Daten bereits Informationen zu Größen und Formen enthalten. Dies unterscheidet sich vom Standard-Gerber, bei dem zur Interpretation eine Blendentabelle erforderlich ist.
Eine Exzenterpresse ist eine Stanzmaschine, die zum Vereinzeln von Leiterplatten eingesetzt wird. Der Name „Exzenterpresse“ leitet sich von der verwendeten Exzenterwelle ab, die über einen Riemen und einen Elektromotor angetrieben und auf Befehl des Bedieners mit einer Kupplung verkeilt wird, um die Kraft der Drehbewegung in eine Hubbewegung umzuwandeln.
F
Biegefestigkeit ist ein Begriff aus der Statik, der bei Leiterplatten unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Zum einen handelt es sich um die seltenere Anforderung nach hoher Stabilität, falls die Leiterplatte Biegebeanspruchung ausgesetzt ist. Zum anderen ist die Biegefestigkeit bei flexiblen Leiterplatten oft relevant, um Rückschlüsse auf die möglichen Biegeradien und die generelle Flexibilität zu ziehen.
G
H
Die Aushärtung gehört zu jedem Lackauftrag auf Leiterplatten. Die Aushärtung erfolgt entweder durch Wärme (Ofen) oder durch Zugabe von Infrarotlicht. Hierbei muss zwischen Vorhärtung und Endhärtung unterschieden werden. Die Vorhärtung ermöglicht dem Lack zwar das Erstarren, ermöglicht dann aber die Entwicklung unbelichteter Stellen. Nach der Endhärtung lassen sich auch unbelichtete Stellen nicht mehr entfernen, was auch erwünscht ist.
Als Lochabstand bezeichnet man den Abstand zwischen zwei Bohrungen. Dieser Bohrabstand ist wichtig, denn bei Unterschreiten der Mindestabstände kann der „Steg“ zwischen den Bohrungen brechen. Dieser Stegbruch kann dann dafür sorgen, dass die Bohrung „verstopft“ wird und somit nicht mehr richtig kontaktiert werden kann. Bei Bohrabständen in der Designphase ist zu beachten, dass die Bohrungen später vom Hersteller mit Bohrzugaben versehen werden. Der Bohrabstand im Layout entspricht somit nicht dem tatsächlichen Bohrbild. Leiterplattenhersteller geben daher häufig höhere Bohrabstände vor, um die Zugabe später noch nachrechnen zu können und dem Layouter die genaue Berechnung abzunehmen.
Das Lochmuster ist das Erscheinungsbild aller Löcher auf der Leiterplatte.
Als Loch bezeichnet man eine Bohrung in der Leiterplatte. Diese Bohrung kann leitfähig, also mit Kupfer gefüllt sein. Diese Bohrungen heißen dann „Plated Through Holes“ oder kurz DK. Befindet sich kein Kupfer in der Bohrung, handelt es sich um eine nichtleitende oder nicht durchkontaktierte Bohrung, kurz NDK.
Die Bohrunterlage ist das Gegenteil zum Bohrdeckblatt, siehe „Lochpappe“.
I
Anorganische Chemie oder anorganische Chemie ist die Chemie aller kohlenstofffreien Verbindungen, Kohlensäure und Blausäure sowie deren Salze.
Die Iceberg-Technologie beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Dickkupfer-Leiterplatten ab einer Kupferdicke von ca. 200 µm. Bei der Iceberg-Technologie wird eine Kupferfolie der genannten Stärke laminiert, belichtet, entwickelt und die Leiterbahnstrukturen (gespiegelt) vorgeätzt. Anschließend werden diese einseitig strukturierten Kupferfolien zunächst mit Fülldruck beaufschlagt (um die Abstände zu glätten). Anschließend werden die Folien mit dieser Seite nach unten auf einen Träger geklebt/gepresst. Bei doppelseitigen Leiterplatten wird derselbe Vorgang für die andere Seite wiederholt. Das Ergebnis ist eine Standardleiterplatte mit unterschiedlich dicken Kupferkaschierungen. Dies ermöglicht nun ein detaillierteres Ätzen der Strukturen entsprechend dem geplanten Leiterbild. Da insbesondere das Unterätzen dicker Leiterbahnen bei Dickkupfer-Leiterplatten ein Problem darstellt, wird das zu ätzende Kupfer hier durch die Integration des Dickkupfers in den Träger begrenzt. Die entstehenden Strukturen sind daher teilweise im Grundträger vergraben und ragen teilweise aus der Leiterplatte heraus. Dieses Erscheinungsbild gab dem Verfahren seinen Namen: Eisberg-Technologie, da Kupferstrukturen „unter der Oberfläche liegen und nur die“ (Eisberg-)Spitze „herausschaut“.
Eisen(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus Eisen(III)- und Chloridionen. Die römische Ziffer III gibt die Oxidationsstufe des Eisenions an (in diesem Fall +3). Eisen(III)-chlorid gehört zur Gruppe der Eisenhalogenide. Eisen(III)-chlorid kann Kupfer oxidieren und auflösen.
Ein Erstmusterprüfbericht ist ein Dokument, das die Prüfung einer Leiterplatte nach festgelegten Prüfkriterien dokumentiert. Erstmusterprüfberichte können unterschiedlich komplex und aussagekräftig sein. Anlass kann auch ein Redesign, eine Neukonstruktion oder eine Qualitätsbeurteilung des Herstellers sein. Je nach Vereinbarung werden Erstmusterprüfberichte sowohl vom Leiterplattenhersteller selbst als auch vom Empfänger erstellt.
J
Jump ist ein Begriff aus der Siebdrucktechnik, beispielsweise beim Aufbringen des Identifikationsdrucks, wobei sich das Siebgewebe hinter der Rakel wieder vom bedruckten Objekt abhebt, um ein Verschmieren zu vermeiden.
K
L
Ein Loader ist ein Gerät, das die Beladung von Maschinen mit Leiterplatten automatisiert. Loader werden üblicherweise in Bohrmaschinen eingesetzt, um diese nach dem Einrichten ohne weitere manuelle Eingriffe mit einem Magazin an zu bohrenden und zu verarbeitenden Rohlingen zu beladen. Es ist auch möglich, den Loader mit unterschiedlichen Leiterplattenrohlingen zu beladen und die Bohrmaschine entsprechend zu programmieren, sodass die verschiedenen Rohlinge entsprechend gebohrt werden. Nach dem Bohren wird ein Rohling in den Loader zurückgeschoben, um den Bohrtisch für den nächsten Schnitt freizumachen. Neben Bohrmaschinen werden Loader auch in verschiedenen Durchlaufanlagen eingesetzt. Fächerlader werden häufig verwendet, um Leiterplatten mit einer voreingestellten Geschwindigkeit auf Förderbänder zu legen.
Blei (chem. „Pb“, Plumbum) ist ein giftiges Metall, das als Legierungsbestandteil von Lötzinn verwendet wird. Mit Einführung der RoHS/WEEE-Norm wurde Blei als Legierung weitgehend verboten und ist heute nur noch auf explizite Anfrage bei wenigen Leiterplattenherstellern erhältlich.
Bleifrei ist eine zum Schutz der Umwelt eingeführte Verordnung, die heute für die meisten elektronischen Anwendungen verbindlich ist. Ausnahmen gelten für bestimmte Branchen, in denen weiterhin bleihaltige Lötverfahren eingesetzt werden können (Stand 2010), da keine Langzeiterfahrungen mit bleifreien Leiterplatten vorliegen. Betroffen sind vor allem die Automobil-, Luftfahrt-, Militär- und Medizintechnik. Die bleifreie Herstellung wird oft mit RoHS in Verbindung gebracht, allerdings verbietet die RoHS-Verordnung mehr Substanzen als nur Blei. Die bleifreie Leiterplattenproduktion gilt als weitgehend beherrscht und Standard. Die verwendeten Prozesse und Materialien wurden erfolgreich an die höheren Löttemperaturen angepasst.
Blei-Zinn, besser Zinn-Blei, da 60 % Zinn und 40 % Blei, (SnPb) ist die Bezeichnung für die eutektische Mischung aus Blei und Zinn, die vor der Einführung bleifreier Elektronikprodukte verwendet wurde. Da einige Industrien weiterhin Bleielektronik herstellen dürfen, ist das Verfahren – in abnehmenden Mengen – weiterhin auf dem Markt verfügbar. Der Vorteil von Zinn-Blei liegt im eutektischen Punkt, der dieser Verbindung einen niedrigeren Schmelzpunkt als reines Zinn oder reines Blei verleiht. Löten ist daher bei niedrigeren Temperaturen möglich, was eine geringere thermische Belastung der Leiterplatten bedeutet. Der Nachteil von Zinn-Blei ist das enthaltene Blei, das eine starke Umweltverschmutzung verursacht.
M
Additive Verfahren bezeichnen im Herstellungsprozess das vollständige Aufbringen der Kupferbahnen auf den Träger. Bei der subtraktiven Methode werden diese lediglich weggeätzt. Gängig ist das semiadditive Verfahren, bei dem eine vorhandene Kupferschicht nur an den Stellen verstärkt wird, an denen Leiterbahnen gewünscht sind, und der unverstärkte Teil anschließend weggeätzt wird.
Heute kaum noch im Einsatz. Die galvanisch aufgebrachte Zinn-Blei-Schicht zum Fließen bringen, sodass sie um die Flanken des Kupfers verläuft.
Die Leiterplatten um diese im bestückten Zustand besser handhaben zu können.
N
Der Düsenblock ist ein Träger mehrerer Düsen in Maschinen. Durch diese Düsenanordnungen können verschiedene Flüssigkeiten mit Druck auf die Leiterplatten gesprüht werden. Wichtig ist ein möglichst gleichmäßiges Sprühbild, das durch zusätzliche Oszillation erreicht wird. Die Düsenanordnungen werden regelmäßig gewartet.
O
Unter Ausgasen versteht man das Entweichen von Luft aus der Leiterplatte während des Lötens. Dieses unerwünschte Ereignis ist meist auf Feuchtigkeit im Basismaterial zurückzuführen. Im schlimmsten Fall kann Ausgasen zum Brechen von Durchkontaktierungshülsen führen, sodass die Feuchtigkeit verdunsten kann. Dies lässt sich verhindern, indem vor dem Löten eine Schablone angelegt wird, damit das Basismaterial der Leiterplatten langsam austrocknen kann.
Die Außenkante bezeichnet die Konturkante der Leiterplatte.
Die Außenlage bildet die Ober- und Unterseite von Leiterplatten. Eine Leiterplatte besitzt entweder eine oder zwei Außenlagen und bis zu n Innenlagen. Nur diese Außenlagen können später mit Bauteilen bestückt werden.
Die Einzelfertigung beschreibt das Gegenteil der Kombination verschiedener Leiterplatten auf einem Fertigungsrohling (auch Pooling genannt). Die Einzelfertigung hat verschiedene Vor- aber auch Nachteile. Der Vorteil der Einzelfertigung von Leiterplatten liegt darin, dass Nachbestellungen häufig günstiger sind, die Platinenproduktion schneller erfolgen kann und vorhandene Arbeitskarten, Werkzeuge in Form von Folien, Adapter und Programme verwendet werden, was wiederum das Fehlerrisiko reduziert. Nachteilig an der Einzelfertigung ist, wenn die Platinen nur in kleinen und einmaligen Stückzahlen hergestellt werden sollen und keine Nachbestellungen geplant sind. Für manche Technologien ist die Einzelfertigung allerdings unabdingbar, wenn beispielsweise verschiedene Besonderheiten (Platinendicke, Kupferdicke, Materialart, Farbe, kurzfristige Terminvereinbarung etc.) in Kombination auftreten und eine Kombination mit anderen Aufträgen sehr unwahrscheinlich ist.
P
Abziehlacke kommen vor allem bei Leiterplatten zum Einsatz, die mehrmals über Wellenlötanlagen laufen müssen. Um zu verhindern, dass die zunächst leeren Löcher der Leiterplatte mit Zinn gefüllt werden, trägt der Leiterplattenhersteller auf diese Bereiche einen dicken, zähen Lack auf, der die Löcher schützt. Sollen die geschützten Bereiche später bestückt werden, lässt sich der Abziehlack einfach per Hand von der Platine abziehen und gibt dann die intakten und freien Bestückungslöcher frei.
Die Schälfestigkeit beschreibt die Festigkeit der Verbindung zwischen Kupfer und Leiterplatte bzw. zwischen Kupfer und der Endfläche. Um die einwandfreie Funktion der Leiterplatte zu gewährleisten, ist eine gute Verbindung dieser Bereiche erforderlich.
Zur Überprüfung der Abzugsfestigkeit werden Abzugstests durchgeführt. Um die Haftfestigkeit von Kupfer auf dem Grundmaterial der Platine zu prüfen, werden bestimmte Bereiche einer Zugbelastung ausgesetzt und diese gemessen. Je nach Material und IPC können unterschiedliche Mindestkräfte ertragen werden. Der Abziehtest von Stirnflächen auf dem Kupfer der Leiterplatte wird üblicherweise mittels Klebeband durchgeführt. Dieses wird über die fertigen Flächen geklebt und anschließend im 90-Grad-Winkel ruckartig abgerissen. Der Test ist bestanden, wenn keine Ablösung der Stirnfläche auf dem Klebeband zu sehen ist.
Versagen bezeichnet einen Vorgang der Abwasserreinigung, bei dem die schweren Stoffe zu Boden sinken.
Um Kupferoberflächen auf Leiterplatten aufzurauen, wird Bimssteinmehl in Bimssteinmaschinen mit Wasser vermischt.
Bei der galvanischen Behandlung wird oft eine „ähnliche“ Zusammensetzung vor einem nachfolgenden Bad mit deutlich anderer Zusammensetzung „gespült“, um Verschleppungen zu vermeiden oder die Oberfläche zu reinigen.
Edelmetalle sind besonders korrosionsbeständige Metalle. Insbesondere Gold und Silber werden daher bei der Herstellung von Leiterplatten zur Veredelung von Oberflächen eingesetzt.
Die Einpresstechnik ist eine lötfreie Verbindungstechnik für Leiterplatten. Da die elektrische Verbindung hierbei über einen Presskontakt erfolgt, sind die geforderten Lochtoleranzen für die Leiterplattenfertigung von erheblicher Bedeutung. Während beim Löten von Bauteilen eine höhere Toleranz durch das einfließende Lot ausgeglichen werden kann, müssen Bohrungen, die für die Einpresstechnik vorgesehen sind, innerhalb enger Toleranzbereiche geprüft werden. Dies ist durch die Übermittlung der geforderten Toleranzen für eine bestimmte Anzahl von Bohrdurchmessern möglich.
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Die Aufnahme ist ein Registriersystem zur Fixierung von Leiterplatten während der Herstellung. Die meisten Maschinen verfügen über Aufnahmesysteme, von denen einige unterschiedlich sind. Daher ist es oft notwendig, dass die Produktionsschnitte verschiedene unterschiedliche Aufnahmen ermöglichen.
Als Referenzbohrung bezeichnet man eine Bohrung in der Leiterplatte, von der aus andere Bohrungen, Konturen oder Kupferflächen bemaßt werden. Oft handelt es sich bei diesen Referenzbohrungen um Montagebohrungen, bei denen die Positionierung der anderen Bauteile auf der Leiterplatte exakt erfolgen muss.
Der Referenzpunkt ist ein Begriff, der im CAD/CAM-Bereich im Zusammenhang mit den unterschiedlichen zu bedienenden Maschinen von großer Bedeutung ist. Je nach Aufnahmesystem können Maschinen unterschiedliche Referenzpunkte besitzen. Diese müssen bei der Datenaufbereitung entsprechend berücksichtigt werden. Bei der Betrachtung der fertigen Produktionsdaten kann es so aussehen, als ob Bohrprogramm, Filme und Fräsprogramm völlig versetzt zueinander liegen. Berücksichtigt man jedoch die unterschiedlichen Maschinenreferenzpunkte, decken sich die Lagen der Leiterplatte wieder.
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Absaugung kennzeichnet die Absaugvorrichtung an Bohr- und Fräsmaschinen. Diese saugt den bei diesen Prozessen entstehenden Bohr- und Frässtaub ab. Dabei ist zu beachten, dass auch Leiterplatten, die zu klein sind, um vom Niederhalter gehalten zu werden, in diese Absaugung gelangen können. Hier ist aufwendiges Abkleben oder Fräsen ohne Absaugung erforderlich.
Shields sind Leiterbahnen oder Bereiche in Layouts, die ein Masse- bzw. GND-Potenzial aufweisen und somit ein „Übersprechen“ von Signalen von einer Leiterbahn auf eine andere verhindern sollen.
Abwasser ist im Allgemeinen das Wasser, das in die Kanalisation eingeleitet werden kann. Dazu müssen verschiedene Vorreinigungs- und Filterstufen zur Behandlung des Abwassers durchgeführt werden. Das in die Kanalisation eingeleitete Wasser entspricht dann den Umweltanforderungen und enthält keine Schadstoffe mehr.
Bei der Herstellung von Leiterplatten ist die Kanalisation ein unverzichtbarer Bestandteil. Verschiedene Stoffe werden aus dem Wasser gefiltert und getrennt, um eine umweltgerechte Entsorgung zu ermöglichen.
Abwasserreinigung bezeichnet den Vorgang, bei dem das bei der Herstellung von Leiterplatten anfallende Abwasser so aufbereitet wird, dass es in den Abwasserkreislauf eingespeist werden kann.
Abwasserentsorgung kann sowohl die Entsorgung des gereinigten Wassers in die Kanalisation als auch in manchen Fällen die Sammlung desselben beschreiben.
In stehenden Spülbädern bilden sich Algen. Dies muss unbedingt verhindert werden. Das bedeutet, dass bei längeren Produktionspausen, beispielsweise an Feiertagen, diese und andere Bäder umgeplant werden müssen. Die Anlaufzeit der Leiterplattenproduktion ist daher nach einem längeren Produktionsstopp länger.
Verfärbung von Metalloberflächen bei Erwärmung
Saugen ist ein Begriff, der in der Leiterplattenproduktion meist im Zusammenhang mit der Positionierung der Folien vor der Belichtung verwendet wird. Dabei werden die Folien zunächst auf der Platine positioniert und anschließend durch Vakuumziehen auf der Leiterplatte fixiert, sodass die Folie nicht verrutschen kann. Bei manchen Bestückungsautomaten erfolgt ein weiteres Saugen, welches die Fixierung der Leiterplatte durch Saugen gewährleistet. Oftmals ist es notwendig, die Vias zu schließen (Viafülldruck), damit ausreichend Saugdruck entstehen kann.
Als Stempelkontur bezeichnet man Leiterplatten mit Löchern am Konturrand. Oftmals sind diese halboffenen Löcher am Rand der Platine durchkontaktiert. Die Schwierigkeit liegt hierbei in der Abfolge der Bohrungen, Fräsungen und Durchkontaktierungen. Denn werden diese nicht entsprechend angepasst oder verändert, zieht der Fräser beim Ausfräsen der Leiterplatte die Kupferhülsen aus der halboffenen Bohrung. Die Herstellung von Stempelkonturen ist daher eine Frage des Know-hows des Leiterplattenherstellers.
Step-Through-Fülldruck ist eine nichtleitende Paste, die in Step-Throughs (VIAs) gefüllt wird, um diese abzudichten. Dies ist meist dann notwendig, wenn Leiterplatten viele Löcher aufweisen und später mittels Vakuumzug fixiert werden. Um eine bessere Haftung der Leiterplatte zu erreichen, werden hierfür die durchkontaktierten Löcher verschlossen, die rein als Leiterbahnen bestimmt wurden, also keine Bauteile aufnehmen sollen. Zusätzlich wird ein Durchfülldruck für Innenlagen verwendet, in die vergrabene Löcher eingebracht wurden. Zwischenfülldruck wird oft auch als „Pluggen“ bezeichnet. Aktuell bezeichnet Pluggen allerdings nur das Verschließen von Löchern, die mit einem „Kupferdeckel“ versehen werden. Die Anwendungsgebiete sind umfangreicher und die Paste sowie das Verfahren weichen vom reinen Transferdruck ab.
Rüstkosten entstehen für das „Einrichten“ von Maschinen, Erstellen von Programmen und Arbeitskarten, sowie für die Herstellung notwendiger Werkzeuge, wie beispielsweise E-Testadapter oder Stanzwerkzeuge. Rüst- und Einrichtkosten werden oft synonym verwendet. Präziser ist es daher, von „einmaligen Rüstkosten“ (Werkzeuge, Adapter, Filme) und „wiederkehrenden Rüstkosten“/„Rüstkosten“ (Erstellen von Arbeitskarten, Aktivieren der archivierten Dokumente, Einlesen der Programme in Maschinen und Aktivieren von Dokumenten etc.) zu sprechen. Manche Leiterplattenhersteller weisen die Rüstkosten separat aus, andere (insbesondere bei Prototypen) rechnen diese in den Stückpreis ein. Bei sehr großen Serien werden Rüstkosten (sowohl wiederkehrende als auch einmalige) teilweise sogar verzichtet. Dies hängt davon ab, ob der Stückpreisanteil der Platinen so überwiegt, dass die Rüstkosten nicht mehr ins Gewicht fallen.
Das Einrichten beschreibt den Prozess vor dem eigentlichen Produktionsstart bzw. Produktionsschritt. Sowohl die Integration individueller Layoutdaten in den Produktionsrahmen (CAD) als auch das Einlesen von Bohr-, Fräs- und E-Testprogrammen gehören zum Einrichten in der Leiterplattenproduktion. Hinzu kommen das Positionieren von Filmen in Belichtern, die Auswahl der richtigen Materialien, die korrekte Einstellung von Maschinenzeiten und -werten sowie diverse weitere mehr oder weniger einmalige Prozesse in der jeweiligen Chargenfertigung eines bestimmten Leiterplattentyps.
Als einseitige Leiterplatten werden Leiterplatten bezeichnet, die nur auf einer Seite Kupferstrukturen aufweisen. Diese besitzen keine Durchkontaktierungen, da die Bauteile nur auf einer Seite elektrische Anschlüsse benötigen. Einseitige Leiterplatten sind daher in der Regel deutlich günstiger und können, insbesondere im Extremfall, schneller hergestellt werden. Es entfallen Beleuchtungsprozesse sowie eine Durchkontaktierung der Leiterplatten.
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Dickgold bezeichnet üblicherweise eine Fläche auf der Leiterplatte, die über die relativ dünne chemische Nickel-Gold-Schicht (0.05 ~ 0.12 µm) hinausgeht. Grundsätzlich spricht man von Dickgold, sobald es mit Golddraht (0.3 ~ 0.8 µm) bondbar ist. Da jedoch Golddicken bis ca. 3 µm möglich sind, ist die reine Bezeichnung „Dickgold“ nicht immer ausreichend. Sie verrät wenig über die Anwendungsgebiete und kann sowohl Bondgold (Weichgold) als auch Pluggold (Hartgold) meinen.
Dickkupfer bezeichnet Leiterplatten mit dickerem Kupfer. Es gibt keine genaue Definition, ab welcher Dicke Dickkupfer verwendet wird. Hersteller verwenden diesen Begriff meist nur, wenn es um Kupfer über 100 µm, manchmal auch 200 µm, geht. 70 µm Kupfer ist kein Standard (35 µm), aber bei einem heute möglichen Bereich von bis zu 400 µm spricht man nicht mehr von Dickkupfer.
Bezeichnung für eine gewickelte Spule/Induktivität, da diese bei Wechselstrom einen Widerstand darstellt, also den Strom drosselt.
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Vias sind Bohrungen, die eine Kupferbeschichtung erhalten haben. Diese Kupferbeschichtung am Rand der durchkontaktierten Bohrung (Kupferhülse) stellt den Kontakt zwischen den verschiedenen Lagen her. Neben der vertikalen Kontaktierung bieten durchkontaktierte Bohrungen Vorteile beim Löten von Bauteilen. Das Kupfer in der Bohrung gewährleistet eine vollständige Verbindung des Bauteils. Durchkontaktierte Bohrungen gelten als ausfallsicher für bedrahtete Bauteile.
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Abwasserfreie Leiterplattenproduktion beschreibt die Rückgewinnung sämtlichen Spül- und Prozesswassers, um es aufzubereiten und dem Herstellungsprozess wieder zuzuführen. Der Begriff wird jedoch oft in der Werbung verwendet und steht im Widerspruch dazu, dass Abwasser das Wasser bezeichnet, das in die Kanalisation eingeleitet wird. Wenn das verwendete Wasser nicht aufbereitet wird, sodass es nicht in die Kanalisation eingeleitet werden darf und wird, sehen manche Menschen kein Abwasser. Das gesamte verunreinigte Wasser wird von Dienstleistern abgeholt.
Ein Arbeitsplan beschreibt eine Karte oder ein Heft, das alle für die Herstellung der Leiterplatte benötigten Informationen enthält. Dazu gehören die technische Ausführung, Menge, Termin sowie die genaue Reihenfolge der durchzuführenden Arbeitsschritte. Ein einwandfreier und von der Arbeitsvorbereitung gut erstellter Arbeitsplan ist die Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochwertige, korrekte und termingerechte Fertigung der Leiterplatten.
Benetzung beschreibt die gleichmäßige Aufnahme flüssiger Substanzen auf einer Oberfläche. Insbesondere im HAL-Prozess stellt die Benetzung eine Herausforderung dar, da Temperatur, Eintauchzeit und Oberflächenreinheit entscheidende Einflussfaktoren sind.
Drahtbrücken ersetzen Leiterbahnen. Teilweise werden Drahtbrücken als Reparaturmaßnahmen eingesetzt, teilweise ist die Konstruktion von Drahtbrücken auf der Leiterplatte aber auch von vornherein vorgesehen. Letzteres ist häufig der Fall, wenn nur eine geringe Anzahl von Leiterbahnen dafür verantwortlich ist, dass eine zusätzliche Lage der Leiterplatte hinzugefügt werden muss. Es ist dann eine Frage der Bauteilkalkulation, inwieweit das Legen von Drahtbrücken einerseits zulässig und andererseits günstiger ist als die Herstellung einer Leiterplatte mit mehreren Lagen.
Die Drahtlegetechnik wird bei einfachen Testaufbauten mit Prototyp-Leiterplatten auf Lochrasterplatine eingesetzt. Der Draht wird dabei auf eine Steckplatine, die die Leiterbahn darstellt, gelötet. Die Drahtlegetechnik ist sehr zeitaufwendig und daher nur für Musterplatinen geeignet.